Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1302082
Erstes 
Buch. 
Architectur. 
Fluch über das Gothische (ä. 22) einen Segensspruch über die Renais- 
sance, sodann ein merkwürdiges Verzeichniss aller damaligen berühmten 
Künstler der neuen Richtung. Vgl. ä. 91. 
Aus dem um 1480 verfassten Trattato des Francesco diGi0rgio (ä. 28) 
Auszüge bei Delta Valle, Lettere sanesi, III, p. 108; die etwas vorgerücktere 
Zeit erkennbar durch das seitherige Erwachen verschiedener Richtungen, 
wovon nur das Wenigste die Billigung des Autors hat; er findet lauter 
vlrrthümer, schlechte Proportionen und Fehler gegen die Symmetrien. 
In Lionardds Papieren Vieles über Mechanik; sein Mühlenbuch etc. 
Ueber Fra Giocondo, seinen Wasser- und Brückenbau und seine theo- 
retische und allseitige Gelehrsamkeit vgl. Vasari, IX, p. 156, 160, 162, 
166, v. di Fra Giocondo, Text und Noten. 
Präcise Geister achteten an der Baukunst überhaupt mehr die mathe- 
matische als die künstlerische Seite. Federigo von Urbino (ä. 11) schreibt 
1468: vdie Architectur ist gegründet auf Arithmetik und Geometrie, Welche 
zu den vornehmsten unter den sieben freien Künsten gehören, weil sie 
den höchsten Grad von Gewissheit in sich habem (Gaye, carteggio I, 
p. 214, vgl. 276). 
Sebastiano Serlio von Bologna und sein Sammelwerk dell' architettura 
(mit verschiedenen Titeln der einzelnen Bücher); die erste Ausgabe in 
Folio, Venedig seit 1540; wir citiren "die verbreitetere Quartausgabe, 
Venedig 1584. Nicht in theoretischer, sondern mehr in zufälliger Ord- 
nung Aufnahmen aus dem Alterthum und eine grosse Anzahl von Bauten 
und Entwürfen der Renaissance, zum Theil von der Ertindung des Autors, 
zum Theil nach Zeichnungen des Baldassar Peruzzi, den er mehrmals 
dankbar nennt. Die Wirkung des Buches nach der ungünstigen Seite ä. 12. 
Polifilo. 
Neben der Theorie und der mathematischen Begründung hat auch 
der Gegenpol, die bauliche Phantastik, in der Literatur ein Denkmal 
hinterlassen.  
Der architectonisch-allegorische Roman Hypnerotomachia des Polifilo, 
d. h. des im Orient gereisten Dominicaners Fra Francesco Golonna von 
Venedig, geb. um 1433, gestorben erst 1527. Die Abfassung des Werkes 
nach 1485, der erste Druck 1499; seither mehrere Ausgaben, mit den 
Originalholzstöcken gedruckt, ohne Seitenzahlen; Auszüge bei Temanza, 
vite de' piü celebri architetti e scultori veneziani. Vgl. Cultur d. Renaiss, 
III. Aufl. S. 233. Es ist eine Liebesgeschichte in mythologischeni und 
märchenhaftem Costüm, welche Wesentlich als Anlass dient zur Beschreibung 
und Abbildung idealer Gebäude und Räumlichkeiten. Vgl. ä. 25, 64 (Fig. 1).
        

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