Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301976
IV. Kapitel. 
Studium 
des Vitruv. 
antiken Bauten und 
und prächtige äussere Bekrönung der Kuppel in der Folge nach Fran- 
cesco's Entwurf ausgeführt sei. Der Anonymus des Morelli (5. 22) sah 
sie um 1525 noch unvollendet, als sie sogar von einer Umgestaltung im 
modernen Styl bedroht war; der ßDeutschee aber, dem man wunderlicher 
Weise das schon dazu gefertigte Modell übergab, ßverlors dasselbe (zum 
Glück). An den obern Theilen sehr munteres Detail, z. B. Genien Welche 
an dem gothischen Masswerk herumklettern, ähnlich wie an der Porta 
della Carta (ä. 21). 
An der Fassade sind die Renaissancebestandtheile von Pellegrino 
Tibaldi (Pellegrini) das älteste und alles Gothische neuer, wie ein Bild im 
Palazzo Litta beweist, wo die Fassade als Rohbau bloss mit den Anfängen 
von Pellegrinds Prachtbekleidung dargestellt ist. 
Gothisches Masswerk um 1500 in eigenthümlich genialer Verwilde- 
rung, goldfarbig auf dunkelblau gemalt, am Gewölbe von Monastero mag- 
giore zu Mailand (von Dolcebuono, vgl. ä. 48, 76). 
Eine italienische Renaissance-Idee in französisch-gothischen Formen, 
der unter Ludwig XII. (nach 1504?) erbaute Arc de Gaillon (Ecole des 
beaux arts, Paris) soll von Fra Giocondo herrühren; Vasari IX, p. 160, 
Nota, v. di Giocondo. Das Gegentheil der bald darauf beginnenden fran- 
zösischen Renaissance, welche wieder gothische Ideen, aber mit Renais- 
sancedetail verwirklicht. 
 
Kapitel. 
Studium 
der 
antiken 
Bauten 
und 
des 
Vitruv. 
Allgemeiner 
IQ. 24. 
Character 
der 
Neuerung. 
In Italien geht die Cultilr der bildenden Kunst zeitlich voran. 
Letztere besinnt und rüstet sich lange ehe sie dasjenige zum Ausdruck 
bringt was Bildung und Poesie schon vorher auf ihre Weise an's Licht 
getragen. S0 war auch das Alterthum längst ein Ideal alles Daseins 
bevor man es in der Baukunst ernstlich und durchgreifend ergründete 
und rcproducirte. 
Vgl. Cultur d. Renaiss. III. AufL, S. 224, ff. Vor einer blossen Be- 
Wunderung der antiken Bauten (woran es nie gefehlt hatte), vor einer 
bloss ästhetischen Opposition wäre überdiess der gothische Styl nicht
        

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