Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305617
Kapitel. 
des Augenblickes. 
Decorationen 
395 
liche Pracht des Anblickes, hinreissend 
Poesie darob vergessen zu lassen. 
genug. 
für jene 
Zeit , 
11111 
die 
Serlio's u. A. Angaben, wie man den Mond steigen lasse, Blitz und 
Donner hervorbringe, beliebige Gegenstände brennen lasse, Flugmaschinen 
in Bewegung setze u. s. w.; die Sonne wurde durch eine von hinten 
beleuchtete Crystallkugel dargestellt (und zwar beweglich) u. s. W. 
Ganz kindlich und unserm Begriff von lllusion geradezu entgegen- 
gesetzt, erscheinen jene sog. Edelsteine, womit die Friese der Gebäude 
auf der Scena geschmückt Waren; es waren facettirt gegossene Gefässe, 
entweder mit gefärbten Flüssigkeiten oder aus farbigem Glase, von hinten 
beleuchtet; an den pcrspectivisch verkürzten Flächen der Gebäude, heisst 
es, müsse man sie natürlich ebenfalls verkürzt darstellen, auch sie wohl 
befestigen, damit sie nicht von der Erschütterung der Ballette herunter- 
fielen. 
Auch die Fenster, mit farbigem Glas, Papier oder Tuch geschlossen, 
wurden beleuchtet wie etwa jetzt auf Kindertheatern. 
Eine ländliche Scena, eingerichtet von Genga für den Herzog von 
Urbino, hatte lauter Baumlaub und anderes Grün und Blumen von Seide; 
an den Gestaden des Wassers wimmelte es von echten Seemuscheln und 
Corallen, wozu die Prachtcostüme der Hirten und Nymphen, die goldenen 
Fischernetze und die aus verkappten Menschen componirten Meer-wunder 
trefflich zu passen schienen. 
Sehr richtig verlangt Serlio für die Bühne reines Oberlicht durch 
Kronleuchter, statt des zweifelhaft wirkenden Bampenlichtes der modernen 
Theater. 
Vor bloss gemalten Personen warnt er, gibt aber doch Intermezzi 
von ausgeschnittenen Cartontiguren zu, deren unterer Band in einem 
Falz des Bübnenbodens laufen müsse. 
Feuerwerk 
5,195. 
und Tisphaufsätze. 
Auch das Kunstfeuerwerk war in Italien gegen Ende des XV. Jahr- 
hunderts so ausgebildet , dass es den Festlichkeiten einen höhern 
Character verleihen konnte. 
(Auch wohl in Spanien, vgl. das Feuerwerk in Barcelona 1501, bei 
Hubert. Leodius, de vita Friderici lI. Palatini, L. II.) 
Auch hier sind Florentiner unentbehrlich. Phil. Beroaldus l. c. (ä. 187); 
am letzten Abend des Festes gab es auf dem Platz vor dem Palaste ein 
neues und ungewohntes Schauspiel, bei den Leuten Girandola, d. h. Flam- 
menkreis, geheissen, von einem florentinischen Machinator. (Es scheint
        

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