Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305459
VIII. 
Kapitel. 
Goldschmiedearbeit und 
Gefässe. 
379 
ponist in der That am leichtesten der Pliantasieform jedes Gefässes folgt 
und am freisten über die Linien gebietet. (L. könnte hier vielleicht mar- 
morne Brunnenyasen meinen, seine Ansicht gilt aber auch für silberne 
Gefässe, welche öfter dergleichen darstellen.) 
Schmuck, 
g. 185. 
Waffen 
und 
Siegel. 
Die Weibliche Festtracht War bisweilen sehr reich an Schmuck 
aller Art mit Gcmlncn; das übliche Prachtstück der Männertracht war 
die llIedaillc am Barett. 
Ueber die Medaillen als besondere Knnstgattung ist hier nicht die 
Stelle zu reden. Die goldenen und emaillirten, deren Figuren oft fast 
ganz frei vortraten, haben hauptsächlich als Zierde der Barette gedient; 
der grösste Meister darin War Garadosso; Benv. Gellini, trattato I, c. 5. 
Bei einem römischen Kirchenfest zu Rafaels Zeit (1519, s. Gaye, 
carteggio I, p. 408) werden einige auf einer Estrade anwesende Damen, 
zum Theil wahrscheinlich Buhlerinnen, beschrieben: Lucia Bufolina, Kleid 
von Silberbrocat, Gürtel von gesponnenem Gold mit 4 emaillirten Kaiser- 
köpfen,  Sofonisba Gavaliera, Gürtel mit antiken Goldmünzen,  Fau- 
stina degli Alterii, goldener Stirnreif mit den 12 eniaillirten Zeichen des 
Thierkreises,  Imperia Golonnese (etwa die ä. 156 erwähnte), Gürtel 
von goldenen Knöpfen (vgl. Rafaels Johanna von Aragonien) und eine 
emaillirte laalla  worauf alle Elemente künstlich abgebildet waren,  
Sabina Mattuzza, Gürtel von kunstreich verbundenen Goldmünzen, Gar- 
niolen und Jaspen. 
Diese einzige Aussage gestattet weitere Schlüsse als alle wirklich 
erhaltenen Ueberreste dieser Art. 
Ferner ist das XVI. Jahrhundert dasjenige der prachtvollsten 
Waffen, mochten dieselben auch zum Theil seltene oder gar keine 
wirkliche Anwendung linden. 
Letzteres gilt besonders von den silbernen Schilden, welche gewiss 
nicht einmal bei solchen Anlässen wirklich getragen wurden, bei welchen 
die prächtigsten Helme und Harnische zum Vorschein kamen. 
Die jetzt meist im Ausland (Madrid, Wien, Paris, London, St. Petersburg) 
zerstreuten Rüstungen und Helme italienischer Arbeit ersten Ranges haben 
auf dem Stahl damascirte oder von Gold und Silber eingelegte ornamentale 
und tigurirte Zeichnungen. (Vasari Xll, p. 80, v. cli Salviati, bei Anlass 
des Franc. dal Prato.) Bisweilen ist der Schmuck auch relieiirt, wie z. B. 
am Helm und Schild Franz l. in den Uffizien, angeblich von Benvenuto. 
Auch ein Schild in der Armeria von Turin ihm zugeschrieben.
        

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