Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305443
B78 
Zweites Buch. 
Decoration. 
Der Zusammenklang der geschwungenen Formen und der Farbe des 
Steines mit der Einfassung ist nun eines der höchsten Ziele der decora- 
tiven Kunst. 
In der Einfassung selbst wechseln zweierleiDarstellungsweisen, flaches 
Email auf Gold oder Silber, und relieiirte und emaillirte Zierformen um 
die Edelsteine. An Fuss und Henkel menschliche und thierische Masken, 
Drachen, Meerwunder, auch menschliche Figuren verschiedener Art. 
In der Farbenzusammenstellung ist die Buntheit des Mittelalters jetzt 
 völlig gewichen, der ganze Schmuck wird 
 sorgfältig zu der Farbe des Gefässes gestimmt. 
  Die Oeconomie der Contraste zwischen Email 
"i-liähtil. und Relief, Email und Metall, Glänzend und 
 Matt-ist schon eine vollkommene. 
  An den Grystallgefässen mit eingeschlif- 
  fenen Ornamenten und Historien ist die Ein- 
a,  Q fassung auffallend zart und zierlich. 
i:  Die wichtigste. Sammlung soll noch 
   ä immer der Tesoro im Pal. Pitti zu Florenz 
  (mit echten Arbeiten Benvenutds) sein, wel- 
  cher dem Verf. unzugänglich geblieben ist. 
 .17 i" Anderes in den Uffizien, wo sich das berühmte 
  Kästchen Clemens VII. mit den in Krystall 
  geschliffenen Historien des Valerio Vicentino 
  "i.  _ befindet.-Eine Onyxvase zu Neapel (Fig. 218). 
   Im XVI. Jahrh. waren die venezianischen 
 i?   Privatcabinete reich an solchen Sachen. Auf- 
 määfkgi. Zählung beim Anonimo diMorelli, bei Anlass 
r  der Sammlungen Odoni, Antonio Foscarini, 
 , Franc. Zio, Mich. Gontarini. Eine Grystall- 
Fig 2m Onyxgefäss zu NeapeL schale aus fünf Stücken in silbervergoldeter 
(HerdvlßJ Fassung, mit eingeschliffenen Historien des 
alten Testamentes, war von Gristoforo Ro- 
mano;  eine grössere dreihenklige Porphyrschale von Piermaria da 
Pescia, welcher 1494 beim Einzug der Franzosen in Rom diess Werk 
unter die Erde vergrub; nachher wurde dasselbe mehrmals für antik 
verkauft. (Somit Wäre wenigstens die reichere Arbeit in Porpbyr schon 
unter Alexander VI. zu Rom erreicht gewesen.)-Ausser den Vasen aus 
kostbaren Stoffen besassen dieselben Sammler auch andere von damasce- 
nischer Erzarbeit", von Porcellan, Glas u. s. w. Dagegen noch keine 
sculpirten Elfenbeingefässe.  
Lomazzo (p. 345) räth für den Inhalt der Reliefs an Schalen und 
Gefässen Liebesgeschichten der Seegötter und Flussgötter, wobei der Com-
        

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