Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305419
Kapitel. 
VIII. 
Goldschmiedearbeit und 
Gefässe. 
375 
In Perugiagab es für die solennen Gastinähler des Magistrats einer 
silberne Nave, welche entweder als Tischaufsatz oder als rollbarer Wein- 
behälter zu denken ist. Schon 1449 wurde eine Nave bestellt, 1489 eine 
(vielleicht eben diese) an einen Nepoten Alexanders Vl. geschenkt, und 
1512 eine neue, nach Peruginds prachtvoller Zeichnung bei dem Gold- 
schmied Mariotto Anastagi bestellt; mit 4 Rädern, 2 Pferden (oder See- 
pferden?) und 19 Figuren, worunter eine Fortuna als Segelhalterin, ein 
Steuermann, der Sladtpatron S. Ercolano und viele Putten erwähnt wer- 
den. Archiv. stor. XVI, I, p. 621,  dessen Appendice IX, p. 615 (mit 
den Annali decernvirali);  Mariotti, lettere pittor. perugine, p. 171. 
Ganze fürstliche Buffets, wo die Gefässe von Silber und von 
Gold sogar je zu einem Dutzend vorhanden waren, mögen zwar nur 
als stets zur Ausmünzung bereit liegender Schatz gegolten, dennoch 
aber edle Kunstformen gehabt haben. 
Wie für den Norden die Inventare bei De Laborde, les ducs de 
Bourgogne, so ist z. B. für Mailand das Inventar des Schatzes zu be- 
merken, Welcher 1389 der Valentine Visconti als Braut des Herzogs von 
Orleans nach Frankreich mitgegeben wurde, bei Gorio, stor. di Mil., fol. 266; 
es sind Tischaufsätze, Becken, Confectschalen, Tischleuchter, Bestecke, 
letztere zu vielen Dutzenden, bis auf den silbernen Nachtlichthalter, das 
meiste mit Email, zusammen an Silber 1667 Mark. 
Das Geschirr des 1476 ermordeten Galeazzo Maria Sforza (Diarium 
Parmense, bei Murat. XXII, Col. 359), Welches veräussert wurde, urn die 
Feldhauptleute zu bezahlen, enthielt u. a. ein ganz goldenes Service, W0- 
von jedes Stück zwölffach vorhanden War.  Lodovico Moro besass dann 
doch Wieder eine Sammlung kostbarer Gefässe, die er 1489 bei einem 
fürstlichen Empfang feierlich vorwies, Gaye, carteggio I, p. 411. -Moro's 
Medaillen vgl. Malipiero, Archiv. stor. VII, I, p. 347. 
Das Buffet des Borso von Ferrara nur erwähnt Diario ferrar. bei 
Murat. XXIV, Col. 216. 
Bei festlichen Anlässen stellte man etwa zwei improvisirte Statuen 
wilder Männer als Hüter neben das Buffet; Phil. Beroaldi orationes, nuptiae 
Bentivolorum. 
Für das zum Anblick aufgestellte Buffet verlangt Jovian. Pontan., de 
splendore, Abwechselung der einzelnen Stücke, an Stoff und Form, auch 
wenn sie, z. B. Trinkgesehirre, einem und demselbenGelaratlche dienten: 
aliae atque aliae formae, calices, item crateres, gutti, paterae, carchesia, 
scyphi etc. 
Ausser den Buffets (ornamenti da camera) hielten die Fürsten für 
ihren Palastgottesdienst ornamenti della capella, Leuchter, Kelche, Pate-
        

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