Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305373
VIII. 
Kapitel. 
Goldschmiedearbeit 
und 
Gefässe. 
180. 
Allgemeine 
Stellung 
dieser 
Kunst. 
Die Goldschmiedekunst der Renaissance aus den vielen Nach- 
richten und Wenigen und unzugänglichen Ueberresten füridie Betrach- 
tung einigermassen vollständig herzustellen, ist uns unmöglich. Die 
Aufgaben bleiben meist dieselben, wie zur gothischen Zeit, in den 
Nachrichten aber wird auf die grosse Stylveräinderung kaum hinge- 
wiesen. 
Was für die Welt verloren gegangen durch spätern Raub und durch 
Einschmelzung (vgl. z. B. Varchi, stor. üor. IV, 89), lässt sich ahnen, 
wenn man erwägt, dass Brunellesco, Ghiberti, L. della Robbia, Masolino, 
Pollajuolo, Verocchio, Finiguerra, Domenico Ghirlandajo, Sandro Botticelli, 
Andrea del Sarto u. a. theils als Goldschmiede begannen, theils es blieben. 
Die Goldschmiede waren in den wichtigern Kunstorten ein grosses Ge- 
werbe von erstem Rang. Die Statuten derjenigen von Siena 1361 bei 
Milanesi I, p. 57 und bei Gaye, carteggio I, p. 1 zeigen diess deutlich. 
Florenz hatte um das Jahr 1478 zwar nur 44 botteghe dbrefici, argen- 
tieri, gioiellieri (Fabroni, Laurent. magn. Adnot. 200), aber es Waren 
darunter mehrere der angesehensten Künstler der Stadt.  Bei Franco 
Sacchetti, Nov. 215, die Prahlerei eines florentinischen Goldschmiedes, 
dass schon der Kehricht seiner Bude jährlich 800 Gulden werth sei. 
Das XIV. Jahrh. hatte so viel in dieser Kunst gearbeitet und Email 
und Edelsteine schon mit solchem Raffinement angewandt, dflSS teChniSChe 
Fortschritte kaum mehr möglich waren. Das Einzige, was die spätere 
Zeit in dieser Beziehung hinzuthat, mag die leichtere Bearbeitung kost- 
barer Steinarten zu Prachtgefässen gewesen sein, auch wohl die Bereiche- 
rung des Emails mit einzelnen neuen Farben. 
Antike Goldsachen waren so gut wie gar nicht vorhanden, sodass 
die Meister der Frührenaissance aus ihrem allgemeinen neuen Styl auch 
den der Goldarbeit entwickeln mussten. Die Sculptur der neuen Zeit, 
resolut und vielseitig wie sie war, kam ihnen auf wesentlich andere Weise 
zu Hülfe, als diess in frühern Jahrhunderten geschehen war.
        

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