Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305323
368 
Buch  
Zweites 
Decoratioxu. 
178. 
Spätere 
Decorationsmalerei 
und 
Stuccatur. 
Als eine Aufgabe des feinsten Tactes und einer eigenthümlich 
glücklichen Phantasie musste diese Decorationsweise merklich leiden, 
sobald sie bloss Gegenstand des Luxus und Sache von Künstlern 
wurde, welche nicht mehr das zum Ort und zur Gestalt des Baues 
Passende zu erfinden vermochten, schnell arbeiteten und dem Geschmack 
pompsüehtiger Besteller dienten. 
Im Dogenpalast zu Venedig die Scala d'oro, hauptsächlich von Bat- 
tista Franco unter Leitung des Jac. Sansovino 1538, peinlich prächtig 
und ganz ohne den freien Schwung der rafaelischen Sachen;  von 
Franco auch eine Gapelle in S. Francesco della Vigna, mit kleinlich artig 
ausgemalten Cassetten, ßalla romanas, wie Franc. Sansovino (Venezia, 
fol. 14) meinty Vgl. Vasari XI, p. 324, 328, 330, v. di Batt. Franco. 
Im öffentlichen Palast zu Siena, Sala del Concistoro, das reich mit 
Decorationen und römischen Historien bemalte Gewölbe von Beccafumi 
1535, welcher vorher in Genua mit Perino gearbeitet hatte; sehr um- 
ständlich bei Vasari VIII, p. 182, v. di Beccafumi.  Ueber Pastorinds 
1552 vollendete Decoration in der Loggia degli Ufüciali (oder Casino de' 
Nobili) muss ich auf Vasari VIII, p. 111, Gommentar zu v. di Marcilla 
verweisen.  
Besonders lehrreich ist bei Vasari XI, zu Anfang, das Leben des 
Cristofano Gherardi; die Decoration in Stucco und Farben "erscheint hier 
bereits um 1540 im Dienste des schnellen Extemporirens, in verhängniss- 
voller Gomplicität mit der Festdecoration (die das Auge an Vergröberung 
aller Effecte und an Blendung gewöhnen musste), und in allzu naher 
Verwandtschaft mit massenhafter Fassadenmalerei. 
Ueber das Gewölbe einer Capelle in der Kirche zu Loretto, von 
Franc. Menzocchi muss auf Vasari XI, p. 94, v. di Genga verwiesen wer- 
den,  und über die Arbeiten des Forbicini auf XI, p. 134, v. di San- 
micheli;  über Vasarfs Hauptstuccator, den höchst resoluten (terribile) 
Marco da Faenza auf XIII, p. 15, s., v. di Primaticcio;  über die 
Arbeiten des Pellegrino Tibaldi ebenda, p. 11, s.; es sind Gewölbestucca- 
turen und Altareinfassungen seines frühern Styles, nach 1550; deutlich 
verrathen die von ihm herrührenden T heile der Domfassade von Mailand 
selbst im Marmor den kühnen Stuccator. 
Nach 1550 von unbekannter Hand die graziösen gemalten Arabesken 
am Gewölbe der Palazzina zu Ferrara.
        

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