Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305243
Buch. 
Zweites 
Decoration. 
steigenden, aus Figuren, allerlei Zierrath und Laubwerk jedesmal neu 
gemischten Füllungen der Hauptpilaster. Schönste und klarste Gliederung 
und Abstufung des Schmuckes; unermesslicher Beichthum an künstleri- 
schen Ideer; jeder Art. Die Fenster, welche aus dem Gang in das Innere 
des Palastes schauen, heben sich ab von einem himmelblauen Grunde 
und sind umhängt mit vollfarbigen Fruchtschnüren, welche zu den besten 
Sachen des Udine gehören. Die zahllosen einzelnen Bildchen, gemalte 
und stucchirte (zum Theil wie Carneen), sowie aller figürliche Schmuck 
überhaupt (absichtlich) ohne Bezug auf die biblischen Darstellungen, hie 
und da direct aus dem Alterthum entlehnt (Fig. 212). 
Schon um 1550 wurden die Loggien vollständig für einen Handels- 
genossen der Fugger in Antwerpen und noch einmal für Spanien copirt, 
wobei man selbst den glasirten Fussboden (ä. 160) als etwas für die 
Wirkung Wesentliches nicht vergass. Armenini, p. 180. 
Mit den genannten Hauptpilastern nahe verwandt: die drei erhaltenen 
Seitenrandbilder an RafaePs Tapeten, herrlich im Raum gedacht; das 
vorzüglichste mit den drei Parzen. 
Von den bloss mit Decoration geschmückten Tapeten, welche Udine 
entwarf (ä. 271), ist nichts erhalten. 
Von Udine allein sollen die Stuccaturen und Malereien in der untern 
Halle der Villa Madama bei Rom herrühren; schon als Bauwerk durch 
die Abwechselung der Gewölbeformen für den vielseitigsten Reichthum 
der Decoration und durch ihre Nischen für die Aufnahme von Statuen 
bestimmt, gewährt die Halle noch in ihrem jetzigen Ruin eine unver- 
gleichliche Ergänzung zu den Loggien. Vasari X, p. 90, v. di Giulio. 
Das dritte Hauptwerk, das gemalte Gewölbe des grossen lvordern 
Saales des Appartamento Borgia im Vatican, mit den Bildchen der Planeten- 
gottheiten und dem Mittelbilde von vier schwebenden Victorien um ein 
päpstliches Wappen, vielleicht als Ganzes am meisten antik; die Formen 
und Farben und ihre Vertheilung im Verhältniss zu den Proportionen 
des Saales vollkommen. (Von Udine und Perin del Vaga, erst nach 
Rataels Tode; auf Wandfresken berechnet.) 
In der Farnesina sind u. a. von Udine die schönen Fruchtschnüre, 
womit die abgerundeten Kanten der Gewölbe in der vordern Halle (mit 
Bafaels Geschichten der Psyche) bemalt sind (Fig. 213). 
IWas in der Engelsburg, im Pal. Grimani zu Venedig, in Cividale 
und in seiner Vaterstadt noch von ihm erhalten ist, weiss der Verfasser 
nicht anzugeben. Das Meiste von dem, was Vasari anführt, ist unter- 
gegangen.  Von decorativen Glasmalereien des Udine sind noch Reste 
in einem Gang der Certosa bei Florenz. 
        

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