Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305227
356 
Buch. 
Zweites 
Decoration. 
erst konnten auch grosse reich cassettirte Gewölbe mit Leichtigkeit her- 
vorgebracht werden. 
Die Hauptbedeutung des Stucco war aber, dass er erst das Gewölbe 
zu einer freien Prachtform (S. 55) erheben half, dass er den Eintheilungen 
Kraft und Leichtigkeit gab und in der Darstellung von Formen jeder Art 
mit der Malerei abwechselte und wetteiferte, dann wieder mit ihr gesetzlich 
theilte, auch leicht in eigentliche Sculptur überging, und alle denkbaren 
Ziermotive auf jeder Stufedes Idealen oder Wirklichen farbig, weiss oder 
golden herzauberte. 
Rechnet man hinzu, dass gleichzeitig die decorative Malerei bald in 
bald ausser Verbindung mit dein Stucco ihr Höchstes leistete, und dass 
diese ganze Decoration bald mehr für sich, bald mehr für die wichtigsten 
Fresken existirt, welchen sie zur Einfassung dient, dass die grössten 
Meister sich ihrer annahmen, und dass jede Schule, jede Stadt das Pro- 
blem anders auffasste, so! ergibt sich ein enormer Reichthuin an Motiven, 
der das aus dem Alterthum Erhaltene unendlich überbietet. Letzterm 
verdankt man aber den entscheidenden Anstoss, ohne welchen diese grosse 
Bewegung doch nicht zu denken ist. 
Rafael 
und 
Giovanni 
Udine. 
Es War entscheidend für den neu aufblühenden Kunstzweig, dass 
Rafael sich in hohem Grade an demselben betheiligte, ihn durch eigene 
Werke auf die volle Höhe hob und seine wichtigsten Schüler dafür 
gewann. 
Das erste bedeutende Werk, welches den Einfluss der bGPQttenK zgjgt, 
Pinturicchids Gewölbe der Libreria im Dom zu Siena (ä. 172) muss 
bereits dem Rafael bekannt gewesen sein, wenn er dem Pinturicchio Com- 
positionen zu den dortigen Fresken lieferte. 
lnRom, noch nicht unter Julius lI., Wohl aber unter Leo X. beginnt, 
offenbar im Zusammenhang mit seinen Alterthumsstudien (ä. 27), seine 
grosse decorative Thätigkeit, hauptsächlich mit Hülfe des Giovanni da 
Udine, Welcher aus Giorgionefs Schule zu ihm gekommen War, und auch 
in Rafaels Gemälden hie und da für die Nebensachen gebraucht wurde. 
Vasari XI, p. 300, ss., v. di Udine. Ausser den Titusthermen dienten 
auch die damals noch erhaltenen Reste in den Diocletiansthermen und 
im Golosseum als Muster. (Facsimile von Udine's Studien nach letztem 
in dem Sammelwerke von Basan.) 
Loggien des Cortile di S. Damaso im Vatican: im untern Gang die 
Gewölbe von Udine, wahrscheinlich bloss nach allgemeiner Anweisung
        

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