Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305155
Kapitel. 
VII. 
und 
Malerei 
Stucchirung des Innern. 
349 
(drittes Kreuzgewölbe des Langhauses, vom Portal an gezählt): Medaillons 
mit Brustbildern, Festons aus Vasen hervorspriessend, welche von Genien 
auf dem Haupt getragen werden u. s. w. Eine deutliche Nachwirkung 
altchristlicher Gewölbemalereien. 
Sonst aber herrschen, zumal in der Schule Giottds, an den Gewölben 
heilige Gestalten und selbst Historien (Incorouata zu Neapel) auf blauem 
Grunde vor, und auch die Renaissance ging häufig darauf ein. Die Halb- 
kuppeln der Chornischen erhielten grosse Frescodarstellungen der himm- 
lischen Herrlichkeit, mit der Himmelfahrt Christi oder Krönung Mariä 
(Filippo Lippi, Borgognone, Melozzo); auch behauptete die Gewölbemalerei 
im eigentlichen Sinn, wovon unten, einen sehr hohen Rang. 
Eine reichere Blüthe decorativer Gewölbemalerei ergab sich dann 
im XV. Jahrhundert, zugleich mit der zunehmenden Befreiung vom 
Kreuzgewölbe (welches kein Mittelbild duldet) und von den Rippen 
und Gurten (ä. 48). Dieselbe Fähigkeit, gegebene Flächen in denkbar 
schönster Weise auszufüllen, Welche sich im Marmor  131, 134) 
und in der Holzdecoration (ä. 159, Ü.) offenbart, äussert sich hier im 
Gewande der Farbe mit schrankenloser Fülle? und Freiheit, in Welt- 
lichen Gebäuden wie in Kirchen. Die Urheber sind zugleich grosse 
Historienmaler. 
Zu den frühsten, vielleicht noch halbgothischen Arbeiten mochten 
die goldenen Thiere auf blauem Grund an den gewölbten Decken im 
(lastell von Pavia gehören, welche die Ergänzung zu den berühmten 
Wandfresken bildeten (Anonimo di Morelli). Der blaue Grund schon in 
den schönsten decorativen Mosaiken des V. Jahrh. 
Das späteste gemalte gothische Masswerk, gold auf blau, ä. 23. 
Zunächst musste dann die Renaissance schon vorhandene gothische 
Gewölbe decoriren;  herrliche Malereien in der Chormuschel von Man- 
tegna's Capelle in den Eremitani zu Padua, grüne Festons mit weissen 
Bändern auf blauem Grund, dazwischen Figuren und Medaillons;  ferner 
die des Giro]. Mazzola an den oblongen Kreuzgewölben im Hauptschiff 
des Domes von Parma, farbige Medaillons mit Brustbildern, Putten, Fe- 
stons etc.; die Rippen zweifarbig eingerahmt.  Endlich enthält eines 
der ältern Zimmer des Appartamento Borgia im Vatican, mit Fresken 
angeblich von Pinturicchio, an den Kappen seiner noch fast gothischen 
Kreuzgewölbe prächtige Arabesken mit farbigen Figuren und goldenen 
Architeeturmotiven auf dunkelblauem Grunde, zum Theil bereits in Stuceo 
reliefirt (Wahrscheinlich vor 1495; vielleicht mit Beihülfe des Torrigiano, 
Vasari Vll, p. 206, v. di Torrigiano). 
lm Einklang mit den freiern Gewölbeforrnen der Frührenaissance
        

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