Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305094
Kapitel. 
Die Fassadenmalerei. 
343 
Fassaden aus Malerei und Stucco gemischt sind fast nur noch aus 
der Barockzeit vorhanden und eher an kleinen Kirchen als an Häusern. 
(Die bloss stucchirten Fassaden vgl. 5. 96.)  
Auch an den geringern Arbeiten dieser spätern Zeit wird man Wir- 
kungsmittel entdecken, Welche darauf hindeuten, was für Kräfte der besten 
Epoche sich dieser Gattung einst mussten gewidmet haben. 
 Die ganze Fassadenmalerei, heute eine unverstandene Ruine und von 
den Reisenden und Künstlern wenig beachtet, müsste im Auftrag einer 
Regierung in guten Aufnahmen gerettet werden. 
Näher verwandt mit der Fassadennialerei, als man es denken sollte: 
die decorative Einfassung mancher Miniaturen und namentlich die Ver- 
zierungen vieler Büchertitel in Holzschnitt. Letztere stellen gewiss häufig 
nichts Anderes dar, als was man in den Malereien um Fenster und Thüren 
herum zu sehen gewohnt war, und zwar in den Büchern von etwa 1480 
bis 1550 ganz besonders characteristisch, je nach dem Jahrzehnd. 
168. 
Sculptur 
und 
Malerei 
der 
Wappen. 
Die Wappen, von dem strengem Styl nordischer Heraldik völlig 
losgesprochen und als freie Prachtaufgabe behandelt, bilden einen nicht 
unwichtigen Bestandtheil der Fassadenmalerei sowohl als der decora- 
tiven Sculptur. 
Italien hatte am Wahren heraldischen System so Wenig Antheil als 
an dem ernstlichen Ritterthum, und vermischte unaufhörlich Embleme 
und eigentliche WVappen. Für diese (hier nicht weiter zu verfolgende) 
Confusion eine belehrende Hauptstelle bei Decembrius, Vita Phil. Mariae 
Vicecomitis, Murat. XX, G01. 996.  Auch was Serlio, Ende d. IV. Buches, 
verbringt, zeigt, dass er keine Ahnung von der Sache hat.  Entschei- 
dend für die Kunst war, dass man sich Weder in der Form der Schilde, 
noch in den Helmzierden an irgend eine Tradition band und vollends in 
Betreff der Wappenhalter durchaus nur dem Gesetz der Schönheit folgte. 
Gemeisselte Wappenschilde schräg an den Ecken von Rusticapalästeil 
des XV. und XVI. Jahrh. (Fig. 208); dann 1537 die colossalen Wappen 
Carls V. und des Herzogs Alessandro Medici an der Fortezza da basso 
zu Florenz, ersteres mit zwei nackten lebensgrossen Victorien, letzteres 
mit zwei andern Figuren; Vasari VIII, p. 185, v. di Baccio e Raff. da 
Montelupo;  ein Wappen Cleniens VI-I., jetzt untergegangen; XI, p. 77, 
v. di Mosca;  Veränderung eines gemeissclten Papstwappens unter 
einem neuen Pontiticat, ibid. p. 79;  colossale Wappen Pauls III. in 
Perugia, wobei zum erstenmal die Wirkung der kräftig vertretenden Tiara
        

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