Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1305075
Kapitel. 
Fassadenmalerei, 
Die 
341 
Attituden, nackte Gestalten jeder Art und Farbe, bisweilen als Trag- 
figuren, ja als Hermen;  ferner Genien, besonders Kinder (Putten) in 
Menge; Sirenen, Züge von Tritonen und Nereiden als Friese;  auch 
Tritone und Nereiden zu zweien, Medaillons haltend;  einzeln und 
scheinbar oft in Nischen: Helden und Philosophen, ohne Namen und 
bestimmte Beziehung.  
bald 
Das Religiöse nimmt bald nur 
die ganze Fassade in Anspruch. 
ein 
 Hauptbild 
nach 
alter 
AYt: 
Hauptbilder: Crucifixus mit Heiligen, Madonna mit Heiligen; Paradies 
oder Sündenfall;  Alles mit Genrescenen derber Art verträglich, Wie 
eine Fassade in Verona beweist. 
Gehört die ganze Fassade dem christlichen Bilderkreise an, so er- 
scheinen noch andere biblische Geschichten;  als Füllfiguren Propheten, 
christliche Tugenden;  als Friese: die Völker, welche der Roma-Fides 
ihren Tribut bringen, Türkensiege, Thaten Simsons u. dgl. 
11111 
Allegorien kommen in der guten Zeit wenige und 
der Schönheit des Motives Willen gewählte vor. 
offenbar 
mehr 
S0 am Fondaco de' Tedeschi zu Venedig (seit 1504, mit den herr- 
lichsten Malereien des Giorgione, Tizian u. A. ringsum, Wovon jetzt kaum 
mehr ein Schimmer sichtbar) die berühmte Figur Tizians, Welche bald 
als Judith, bald als Germania galt; anderswo Venezia als Löwenreiterin. 
 Dann die eben genannte Roma mit den Attributen der Fides. 
an 
Ceremonien und Aufzüge finden sich hauptsächlich in Friesen; 
Triumphzüge jeder Art waren Poesie und Malerei längst gewöhnt. 
Ueber die Triumphe vgl. Gultur d. Renaissance S. 415, Ü". ES Sind 
Züge von Kriegern, Gefangenen, Senatoren, Trägern, welche Beute, zumal 
kostbare Gefässe, auch Tribute überwundener Völker bringen u. s. W.; 
auch antike Spiele, Wagenrennen, dann als heitere Parodie Triumphe 
von Kinderiiguren, Kriegszüge bewaffneter Kinder; endlich Züge von Pilgern. 
Das Profan-Erzählende beginnt mit mythologischen Scenen bis- 
weilen ohne genau bestimmte Beziehung; dann folgt die Urgeschichte 
der bßtfeirfendell Stadt, endlich römische und auch wohl idealisirte 
gleichzeitige Geschichte. 
Kämpfe des Hercules, Sturz der Giganten, Geschichte der Niobe (Poli- 
doro), Ereignisse aus der Odyssee, Schmiede Vulcans (Rafael), Mars und 
Venus, und als Probestück der Verkürzung: der schwebende ltlercur.
        

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