Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304891
Kapitel. 
Arbeiten 
Holz. 
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das jenen ßMagnificiw, d. h. den Nobili von Venedig über die Massen 
gefalle.  Zu Mailand ehemals in Pal. Vismara (ä. 91) die Decken meist 
blau und Gold, mit den Wappen der Sforza und der Visconti.  Eine 
reich cassettirte Decke in Gold und Farben im Pal. von Urbino. 
Decken um 1500, edler architectonisirt und mit gewähltem Orna- 
menten: in S. M. maggiore zu Rom, weiss und Gold, von Giuliano San- 
gallo, mit dem Wappen Alexanders VI.;  in S. Bernardino zu Siena, 
verdungen 1496 an Ventura di Ser Giuliano, vorherrschend blau und 
Gold, die Cherubim der einzelnen Cassetten hier nicht mehr geschnitzt, 
sondern aus einer Masse (carta pesta) vielleicht gepresst; Milanesi II, 
p. 456;  diejenigen des Ant. Barile im Hause Ghigi zu Siena, gewiss 
vorzüglich, schwerlich mehr erhalten? Vgl. Milanesi lll, p. 30.  Ein 
Verding von 1526, ebenda, p. 85.  Streng und doch von reicher Schön- 
heit: sämmtliche Flachdecken in Pal. Massirni zu Rom (Fig. 200).  Eine 
Menge von florentinischen Palchi, Wahrscheinlich mehr gemalt als ge- 
schnitzt, waren das Werk des Andrea Feltrini; Vasari IX, p. 112, v. di 
Morto da Feltro. 
Dann die farblosen Decken, wo Reichthum und Pracht der Schnitz- 
arbeit ganz ausdrücklich die Farbe verschmähen.  Das Hauptbeispiel: 
die der Biblioteca Laurenziana in Florenz (nach 1.329?) sehr schön und 
frei entworfen von Michelangelo, ausgeführt von Garota und Tasso; das 
Motiv wiederholt in dem von Tribolo ausgeführten Ziegelmosaik des Fuss- 
bodens; Vasari XII, p. 214, v. di Michelangelo (vgl.  160).  Sodann 
der grosse vordere Ecksaal im Pal. Farnese zu Rom;  und dann zahl- 
reiche Decken des beginnenden Barockstyles, der nach solchen Mustern 
oft Treffliches leistete. 
Serlids Theorie zu Ende des IV. Buches: im Ganzen gehöre die 
Farbe dem Gewölbe, die Einfarbigkeit der Flachdecke; dem kostspieligen 
Schnitzwerk wird auch Wohl eine täuschende Malerei in Ghiaroscuro sub- 
stituirt; je niedriger der Raum, desto kleiner die Deckeneintheilungen; 
für die Rosetten wird die Vcrgoldung zugegeben u. s. W. Wichtiger als 
dieses Alles ist das Wunderschöne Muster der Decke eines grossen Saales, 
welches er rnittheilt, sowohl in Betreff der characteristischen Profilirung 
und Aussclnnückung der Balkenlagen verschiedenen Ranges als in Betreff 
der zierlichen Füllungen; auch die folgenden kleinern Muster gehören zu 
den besten und zierlichsteil (Fig. 201 u. 202). 
Die Ausartung der geschnitzten Decke beginnt in der zweiten Hälfte 
des XVI. Jahrh. damit, dass die natürliche Balkenlage nicht mehr respectirt 
wird. Ein mittleres grösseres Feld mit runder oder ovaler Einfassung 
(für Wappen oder figürliche Decoration) hatte man längst zugegeben; 
nun aber beginnen die Balken der ganzen Decke in widersinnigen ge-
        

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