Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301769
Erstes Buch. 
Architectur. 
Laut der eigenen Rede des Papstes an die um sein Sterbebette "ver- 
sammelten Cardinäle: das monumentale Bedürfniss der Kirche, nicht in 
Betreff der Gelehrten, welche Entwicklung und Nothwendigkeit der Kirche 
auch ohne Bauten verstanden, wohl aber gegenüber den turbae populorum, 
welche nur durch Grösse dessen was sie sähen in ihrem schwachen und 
bedrohten Glauben bestärkt werden könnten. Dazu dienten besonders 
ewige Denkmäler, die von Gott selbst erbaut schienen. Die Festungen 
im ganzen Staat habe er errichtet gegen Feinde von aussen und gefähr- 
liche Neuerer im Innern. (Vgl. Cultur d. Renaiss. S. 99, 227, 234.) 
aHättEn Wir Alles, Kirchen und andere Bauten, vollenden können, wahr- 
vlich Unsere Nachfolger würden mit grösserer Verehrung aller Christen- 
wölker angebetet werden und sicherer vor innern und äussern Feinden 
sin Rom wohnen. Also nicht aus Ehrgeiz, aus Prachtliebe, aus leerer 
xRuhmsucht und Begier Unsern Namen zu verewigen haben Wir dieses 
vgrosse Ganze von Gebäuden angefangen, sondern zu Erhöhung des An- 
vsehens des apostolischen Stuhles bei der ganzen Christenheit, und damit 
vkünftig die Päpste nicht mehr vertrieben, gefangen genommen, belagert 
rund sonst bedrängt werden möchtenß Die letzte (vergebliche) Bitte an 
die Gardinäle, man möge fortfahren und vollenden, prosequi, perficere, 
absolvere!   
Die 
ä. 8. 
xbrigen Päpste 
bis 
auf Julius II. 
Von den nächstfolgenden Päpsten Calixt III. (bis 1458), Pius II. 
(bis 1464), Paul II. (bis 1471), Sixtus IV. (bis 1484), Innocenz VIII. 
(bis 1492) imd Alexander VI. (bis 1503) verrätth keiner mehr diesen 
hohen Eifer für das Allgemeine. IIVOhl aber offenbart sich der Pracht- 
sinn weltlicher Fürsten und die Rücksicht auf Rom als Residenz. Seit 
Pius II. beginnen die reichern Cardinäle um die Wette Paläste zu 
bauen, und Sixtus IV. fordert sie sogar dazu auf; auch ihre Titular- 
kirchen zu schmücken Wird für sie Ehrensache. 
Pius I1. hatte Bausinn und edeln Geschmack aber nicht so sehr für 
Rom als für seinen Geburtort Corsignano, den er zur Stadt, zum Bischofs- 
sitz, Amtsort und Festort erhob und nach seinem Namen Pientia nannte, 
wie Alexander, die Diadochen und die Imperatoren so manche Städte 
nach ihrem Namen benannt hatten.  
Sixtus IV. mit vorherrschend profanem iBausinn errichtete die längst 
schwer entbehrte mittlere Tiberbrücke, den Ponte Sisto mit der naiven 
Inschrift, und gewann die Aqua virgo (Acqua. di Trevi) wieder für Rom. 
Doch stellte er, zumal bei Anlass des Jubileums 1475, auch mehrere 
Kirchen her.
        

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