Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304789
312 
Buch. 
Zweites 
Decoratiolm. 
fortlaufende 
kaum mehr 
Holzbekleidung verlangten. In weltlichen Gebäuden 
eine Boiserie von höherm Werthe vorkommen. 
wird 
Unter den erhaltenen Boiserien ist der Verf. jetzt nicht im Stande, 
das Beste anzugeben.  Von den florentinischen Stubengetäfeln ist viel- 
leicht kein einziges erhalten; man zerstörte sie, theils weil die Mode 
wechselte, z. B. wenn man Arazzen an deren Stelle setzen Wollte, theils 
auch, um die in das Getäfel eingelassenen oft miniaturartig zierlichen 
und werthvollen Malereien herauszunehmen; Vasari III, p. 47, 48, v. di 
Dello. 
Diese, welche eine Art von Fries in der Boiserie ausmachen mochten, 
sind für die erzählende Composition im Breitformat und für die mytho- 
logische, allegorische und profan- 
11'] n "VIÄY. Q historische Malerei i1n All emeinen 
ä o "JOQEIRRQ von nicht geringer Bedeuäung ge- 
Q  Wesen. Sandro Botticelli malte für 
   Qgäcqä einen solchen Zweck z. B. vier 
 Scenen aus einer Novelle des Bo- 
"lllllll MEIH i  V 'v 113 d' s d  
g   illlggällswlyi .403 E cacelo, asari , p. ,v. 1 an ro, 
s;   Qe-Jx  auch die im Cünlmentar p. 124 
l       I    
2  mit  .  
   
 '  eine ähnliche Bestimmung gehabt 
 F-väi  haben.  Vasarl vn, p. 119, y. a1 
 Pier di Cosimo, dessen wstone di 
 favolee in einem Stubengetäfel, 
i"? .1 "l-  ebenso p. 121 wstorie baccanariec, 
   reiche Bacchanale.  Auch die vier 
Fig" um (iträäl. "zniiliiiivllllerva zu Bilder mit kleinen Figuren, welche 
 Vasari IX, p. 102, v. di Franciabigio 
erwähnt, hatten vielleicht eine solche Bestimmung.  Die Uebernehmer 
der Holzarheit verfügten bisweilen je nach Gunst und Ungunst über die 
Wahl des betreffenden Malers, Vasari VIII, p. 294, v. di A. del 'Sarto.  
In dem Prachtzimmer des Borgherini hätte man bei der Belagerung von 
1529 gerne die Wandbildchen Andrea's, ibid. p. 268, weggenommen, um 
sie nach Frankreich zu verkaufen; sie blieben nur, weil man das ganze 
Getäfel hätte zerstören müssen.  
Ueber diese ganze Plrage vgl. bei Kinkel, Mosaik zur Kunstgeschichte, 
den wichtigen Abschnitt: vAnfänge weltlicher Malerei in Italien auf 
Möbelnk. 
Ausserdem mochte 
schmückt werden. Der 
am ehesten 
Anonimo di 
die Thür mit einem Gemälde ge- 
Morelli erwähnt in Venedig zwei
        

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