Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304733
Kapitel. 
Holz. 
Arbeiten 
307 
machten damals ihr Geschäft in Ungarn.  Figurirte Intarsien am Chor- 
stuhlwerk der Kirche zu Pienza rühmt Pius II. (Gomment. L. IX, p. 431), 
 Antonio Barile von Siena, der das jetzt untergegangene Stuhlwerk der 
Certosa von Maggiano theils mit Perspectiven, theils mit Figuren schmückte, 
durfte sich irgendwo in einer Intarsia selber porträtiren und seinen Namen 
und die Worte beifügen: caelo, non penicillo excussi 1502, indem seine 
Arbeit wie gemalt aussah.  Sein Neffe Giovanni Barile, der ihm in 
Maggiano half, ist dagegen mehr durch die geschnitzten Theile berühmt; 
Milanesi II, p. 398, III, p. 52, 74, und Vasari VIII, p. 93, s. in den Nach- 
trägen zu v. di Raffaello, wo die Arbeiten beider Barili verzeichnet sind. 
Sodann die berühmtesten Arbeiten in Oberitalien: Fra Damiands 
Stuhlwerk in S. Domenico zu Bologna, mit zahllosen Historien und mit 
einem Intarsiafries, dessen Inschrift (S. 161) von I 
Kinderfiguren umspielt ist;  und das Stuhlwerk  
in S. M. maggiore zu Bergamo (vgl. ä. 151; die  
Historien nicht an dem in Fig. 193 abgebildeten  5:) 
Theile). Geringer sind: die figürlichen Theile der  , 
Intarsien in der Sacristei von S. Marco zu Vene- ß, h 1,1 
dig, diejenigen im Dom von Genua etc.,  sehr   f? ft"; 
zierlich historiirt der Bischofsthron im Dom von   
Pisa, von Giovanni Battista Cervellesi 1536.  
5. 15a.  
Das Schnitzwerk der (ihorstühle, ll  
Die geschnitzten, einfassenden Theile der  
Chorstühle stellen auf ihre Weise eine ideale x4  
Architeetur dar, wie die Einfassungen der mar- Fig- 191- Qhorstwll im Dom 
zu Pisa. (NOhL) 
mornen Altäre und Gräber. Der Stoff gestattet 
an den Zwisohenstützen und an den obern Aufsätzen die reichste durch- 
brochene Arbeit (Fig. 191 und 192). 
 Letzteres sehr schön am Stuhlwerk im Dom von Genua. und in S. M. 
maggiore zu Bergaino (Fig. 193).  Aus späterer Zeit und noch vom 
Trefllichsten: der Bischofsthron summt den nächsten Reihen im Dom von 
Siena, 1569 von Bartol." Negroni, genannt Riccio; im Plastischen (Putten, 
Meerwunder etc.) vorzüglich edel und reich, das Ganze von der prächtig- 
sten Wirkung.  Andere ebenfalls sehr reiche Chorstühle dieser spätern 
Zeit in S. Martino bei Palermo (Fig. 194).  
Von Sitzen weltlicher Behörden die allerschönsten im Cambio zu 
Perugia.  Im Museum zu Siena" Pilaster von einer Wandbekleidung des 
Ant. Barile, reich und sehr zierlich. 
Die schönsten relietirten Sitzrücken hat dann das berühmte Stuhlwerk
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.