Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304721
306 
Buch. 
Zweites 
Decoration. 
Giocondo.  Ebenfalls untergegangen: die ganze reiche Ausstattung von 
S. Elena zu Venedig, die Sacristeischränke und die Chorstühle, deren 
Intarsien, von Fra Sebastiano da Rovigno u1n 1480, nicht weniger als 
34 Ansichten berühmter Städte enthielten; Sansovino, Venezia, fol. 76.- 
Auch das berühmte Stuhlwerk im Chor des Santo zu Padua, von den 
Brüdern Lendenara, über weiches schon im XV. Jahrh. eigene Schriften 
erschienen, ist nicht mehr vorhanden; vgl. Selvaticds Note zu Vasari V, 
p. 175, v. di Mantegna. 
Am nächsten hängen hiemit zusammen die Innenansichten von 
Schränken mit leblosen Gegenständen, gottesdienstlichen Geräthen, 
Büchern, Musikinstrumenten u. s. W. 
Sie kommen nicht bloss an Schrankthüren vor, sondern häufig auch 
an Chorstühlen, zumal am untern Theil der Rücklehnen. Es sind viel- 
leicht die frühsten Stillleben der modernen Kunst, oft mit Verlangen nach 
Illusion und doch noch von einer gewissen Idealität des Styles. 
Sodann werden bisweilen die Hällptfeldßl" mit dem allerschönsten, 
auf das Wohlgefälligste im Raum vertheilten Arabeskenwerk geschmückt. 
Das Beste in Florenz: das Getäfel der Sacristei von S. Croce, und 
zwar hier nicht die Mittelfelder, sondern die einfassenden Theiie;  so- 
dann das Chorstuhlwerk in S. M. novella in seinen obern Theilen, ein 
frühes und ausgezeichnetes Werk von Baccio d'Agno10 (ä. 92);  zu 
Venedig das Getäfel im Chor von S. Marco;  zu Verona die untern 
Theile der Rücklehnen in S. M. in Organe (vgl. Fig. 190);  zu Mailand 
die Ghorstühle in S. M. delle Grazie   
Endlich genossen natürlich die figurirten Intarsien, bisweilen 
ganze grosse Reihen von Historien und rings um den ganzen Chor 
laufende Friese, den grössten Ruhm  151). 
Im Figürlichen zeichneten sich von den Meistern der Renaissance 
zuerst Domenico di Niccolö in hohem Grade aus rnit seinen lntarsien in 
der obern Capelle des Pal. pubblico zu Siena.  Dann die Florentiner 
Giuliano und Benedetto da Majano; Giuliands Priesterstuhl, d. h. der 
ehemalige, nicht der jetzige, neben dem Hochaltar des Domes von Pisa; 
 seine Tl1ür im Audienzsaal des Pal. vecchio zu Florenz, wobei ihm 
sein Bruder Benedetto und Francione (E. 59) halfen, mit den Bildnissen 
Dante's und Petrarca's.  Benedetto machte Truhen mit Intarsia für 
König Matthias Corvinus von Ungarn, welche wie seine meisten übrigen 
Holzarbeiten untergegangen sind. Vasari IV, p. 2, ss., v. di Giuliano da 
Majano, V, p. 128, ss., v. di Benedetto da M.  Mehrere Intarsiatoren
        

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