Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304589
292 
Zweites Buch. 
Decoration. 
Barockzeit in Italien sehr umständlich (mit Büsten, Statuen, ja ganzen 
Architecturen), fehlen in der guten Zeit noch, oder beschränken sich auf 
ein anspruchslos angebrachtes Frescobild. Vgl. ä. 169.  Büsten auf 
Kaminen, anfangs wohl blos hingestellt als an den sichersten und besten 
Ort des Zimmers, Vasari V, p. 152, v. di Verocchio. 
III. 
Kapitel. 
Decoration 
in 
Erz. 
147. 
Die 
Technik 
und 
die 
grössten 
Güsse. 
Die Decoration in Erz ist von ehernen antiken Vorbildern fast 
gänzlich unabhängig, vielmehr eine freie Aeusserung des Schönheits- 
sinnes und echten Luxus der Renaissance, theilweise auch eine geist- 
reiche Umdeutung der im Marmor herrschenden Formen. 
Antike Bronzegegenstände müssen damals noch sehr selten gewesen 
und kaum je nachgeahmt worden sein. Abgesehen von ehernen Pforten, 
wie die des Pantheon, ist mir nur Eine hieher zu beziehende Aussage 
bekannt; Verocchio vollendet 1469 einen ehernen Leuchter a similitudine 
di certo vaso (Gaye, carteggio I, p. 569,  worunter doch nur mit Wahr- 
scheinlichkeit ein antikes Bronzegeräth zu verstehen sein mag. 
Die Technik des Gusses war schon längst eine vollendete, die Ge- 
wöhnung durch das Kanonengiessen ununterbrochen; der allgemeine 
Luxus des XV. Jahrh., zumal in reichen Städten Oberitaliens, that das 
Uebrige. In der Cap. Zeno zu S. Marco in Venedig Altar und Grab von 
Erz; Bronzereliefs und ganze bronzene Wandgräber etc. in Padua, von 
Donatello, Vellano, Riccio; vgl. auch ä. 141. Man nimmt sogar an, dass 
Donatellds zerstreute Bronzewerke im Santo zu Padua Einen grossen 
Hochaltar hätten schmücken sollen.  Die Beschreibung eines grossen 
bronzenen vergoldeten Prachtaltars mit silbernen Figuren, 1521-1526, 
in S. Maria della Misericordia zu Bergamo, im Anonimo di Morelli (jetzt 
verschwunden; laut Vasari VII, p. 127, Nota, v. di Bramante, hätte man 
das leuchtende Metall gewählt, weil der betreffende Chor dunkel war).  
In Rom sind einige Papstgräber aus Erz: dasjenige Martins V. von Fila- 
rete, Sixtus IV. und Innocenz VIII. von Ant. Pollajuolo (5. 141).
        

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