Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304539
Kapitel. 
Decorative 
Sculptur in 
Stein. 
287 
dem mittlern Bogen: der Altar des Card. Borgia, spätern Alexanders VI. 
in der Sacristei von S. M. del Popolo zu Rom. 
Im Dom von Como Rodarfs Marmoraltar (1492), und ein pracht- 
voller grosser Schnitzaltar, farbig und vergoldet. 
Eine Anzahl von spätern reichdecorirten Marmoraltären zu Neapel, 
besonders in Monteoliveto. Vasari lX, p. 19, v. di Michelangelo da Siena. 
Marlnorrahmen um Gemälde, besonders in Venedig, bisweilen reich 
und schön; als perspectivisch berechnete Fortsetzung der im Bilde dar- 
gestellten Architectur; vgl. Gicerone, S. 261, Anm. 
145. 
Der 
Altar 
des 
XVI. 
Jahfhunderts. 
Im XVI. Jahrhundert vereinfacht sich auch in den Altären die 
Decoration zur blossen architeetonischen Einfassung, sei es für eine jetzt 
lebensgrosse, selbst colossale Statue oder für ein Altargemälde, letzteres 
schon oft von bedeutender Grösse. 
In Venedig behaupteten mit Jacopo Sansovino und seiner Schule die 
lebensgrossen Statuen, einzeln oder zu mehrern an eine ziemlich kalte 
Architectur vertheilt, das Feld neben den ruhmvollsten Gemälden Tizians. 
Vielleicht die letzten ganz reich ornamentirten Altäre: die beiden 
des Mosca im Dom von Orvieto. 
Die Altäre in Neu S. Peter zu Rom, laut Panvinius (ä. 8), p. 374: 
altarium tympana (Giebel) maximis columnis et capitulis corinthiis pul- 
cherrimis fulciuntur; es sind die ersten ganz grossen baulichen Ein- 
fassungen für Gemälde. 
Dem Vasari (XI, p. 121, 129, v. di Sanmicheli) kommt ein Altar 
wie der von S. Giorgio in Verona, wo Sims und Giebel sich mit der 
Mauer biegen, noch als etwas Ausserordentliches vor (es ist derjenige 
mit dem Gemälde des Paolo); dem Barockstyl wurden gebogene Grund- 
pläne später etwas Alltägliches. 
Andere versuchten statt dieser Säulenstellungen barocke und reiche, 
auch farbige Einfassungen von Stucco, selbst mit Hennen u. dgl.; 
Vasari XII, p. 87, v. di Daniele da. Volterra (welcher seine Kreülälbnahme 
so umgab); XIII, p. 12, opere diPrimaticcio, in Betreff der Einrahmungen 
des Pellegrino Tibaldi. 
Das erste ganz colossale Altarungethüm, und zwar als Idee Pius V. 
1567, Vasari I, p. 50 in seinem eigenen Leben. Pius bestellte bei ihm 
für das Kloster seines Heimathsortes Bosco wicht ein Bild Wie gewöhn- 
lich, sondern eine gewaltige machina in der Art eines Triumphbogens, 
mit zwei grossen Bildern auf der vordern und auf der Rückseite und mit
        

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