Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304353
140. 
Die 
Wichtigsten 
Gräbertypen. 
Die Gräbertypen des XIII. und XIV. Jahrh. wurden grössten- 
theils aufgegeben und die übrig bleibenden im Sinne der Renaissance 
auf das Schönste umgestaltet. 
Sie hatten bei einer oft grossen Schönheit der Ausführung meist 
bedeutende Uebelstände gehabt: 
Der auf Consolen an einer Wand angebrachte Sarcophag (das sepolcro 
in aria; Sansovino, Venezia, fol. 5, 6 etc.) hatte zwar den Vorzug, die 
Communication nicht zu hemmen, allein die darauf liegende Statue blieb 
entweder unsichtbar oder musste, schräg vorwärts gelehnt, einen sonder- 
baren Effect machen. 
Varietäten: die bolognesische, mit Statuetten neben und über der 
Porträtstatue, auch wohl an den Ecken des mit Reliefs geschmückten 
Sarcophages selbst.  
Die paduanisch-veronesische, mit einem ebenfalls aus der Wand vor- 
tretenden, auf Gonsolen ruhenden Spitzbogen, Welcher über dem Sarcophag 
schwebt, mit Malereien. 
(Die christliche Demuth hoher Geistlichen verlangte wenigstens, dass 
die Leiche in die Erde zu liegen komme, sodass der oben dargestellte 
Sarcophag ein blosser Schcinsarg wurde; Benedict XL, st. 1304 zu Perugia, 
wird in S. Domenico begraben sub terra, sicut ipse mandavit dum adhuc 
viveret, ne in alto poneretur, sed sub terra, ex magna humilitate quam 
habebat. Brevis hist. ord. praedic. ap. Martene, coll. ampliss. Vl, G01. 373.) 
In Neapel war der Typus des Heiligengrabes, nämlich der von Statuen 
getragene Sarcophag auch für Grosse und fürstliche Personen üblich 
geworden; über demselben eine Nische mit Baldachin und mit Vorhängen, 
welche von Engeln weggezogen werden. 
Ganz erlöschen in der Renaissance auch diese Typen nicht; sogar 
der letztgenannte kommt vor. 
Den ersten Rang aber nimmt nunmehr derjenige Typus ein, bei 
welchem der Sarcophag mit der liegenden Statue in massiger Höhe 
in eine mehr oder weniger verzierte, nur wenig vertiefte Nische zu 
stehen kommt; sehr schön vorgebildet in zwei Gräbern aus der Schule 
der Cosmaten um 1300 (Grabmal Gonsalvo in S. M. maggiore, Grabmal 
Durantis in S. M. sopra Minerva), wo Engel zu Häupten und Füssen des 
Verstorbenen das Leichentuch halten; die Nische mit Mosaikgemälden 
ausgefüllt. 
Die Renaissance gibt zunächst dem Sarcophag eine freier bewegte 
Gestalt, oft voll Anmuth und Pracht, mit demt schönsten Pflanzenschmuck;
        

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