Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304311
Kapitel. 
Decorative 
Sculptur 
Stein. 
265 
und in andern Beziehungen ausgezeichnet ist, ferner Lazaro und Pantaleo 
Calvi, Ottavio Semino, Bruder des Andrea, Vincenzo Moietta, und im 
Alterthum (aus Plin. H. N. XXXV, 37) Serapion.  Später wird Silvio 
Cosini nur beiläufig genannt. 
Der Abschnitt über Lampen, Candelaber, Brunnen etc., p. 426, be- 
handelt fast nur die späte Zeit, in welcher L. schrieb; der für seine Ge- 
fässe, Geräthe und Wagen berühmte Amhrogio Maggiore z. B. gehört in 
die Zeit des Buches selbst (1585). 
138. 
Das 
Grabmal 
und 
der 
Ruhm. 
Das Praehtgrab der Renaissance, ohne Vergleich die wichtigste 
Aufgabe der mit der Sculptur versehmolzenen deeorativen Kunst, ent- 
steht wesentlich unter Einwirkung des Ruhmsinnes. Die Sehnsucht 
des Einzelnen nach Ünvergänglichkeit seines Namens, und der Eifer 
einer Stadt oder Corporation für die Ehre eines berühmten Angehöri- 
gen bedürfen gleichmässig der Kunst. 
Das Heiligengrab, im XIII. und XIV. Jahrh. eine besondere Gattung 
der Sculptur, nimmt im XV. Jahrh. nur eine untergeordnete Stelle ein. 
Nach der Beschreibung zu urtheilen, ist nur das Grab des h. Savinus im 
Dom zu Faenza, von Benedetto da Majano, ein Werk höhern Ranges; 
Vasari V, p. 132 und Nota, v. di Ben. da Majano.  Ein hübsches Werk 
ist die Arca di S. Apollonio im Dom von Breseia, ein Sarcophag mit 
drei ügurenreichen Reliefs, darüber ein Tabernakel mit Figuren und einer 
Madonna in Lunette.  In S. Tommaso zu Cremona befindet oder befand 
sich das Grab des S. Pietro Marcellino, von Zuandomenego da Vercelli, 
 und in S. Lorenzo ebenda dasjenige des S. Mauro (richtiger SS. Mario 
e Maria), 1482, von dem berühmten Gio. Ant. Amadio (ä. 136),  beide 
von dem Anonimo di Morelli gerühmt.  Das Gemeinsame aller dieser 
Arbeiten sind die vom mittelalterlichen Heiligengrab her übernommenen 
erzählenden Reliefs, in welchen das XV. Jahrh. sehr redselig ist; von 
andern Grabmälern unterscheiden sie sich auch durch Abwesenheit der 
liegenden Statue, indem der Heilige viel eher stehend oder thronend über 
dem Sarcophag dargestellt sein wird.  An der Arca des h. Dorninicus 
in dessen Kirche zu Bologna ist der obere Aufsatz eigentlich nur die 
Umdeutung eines gothischen Ziermotives.  Aus dem beginnenden 
XVI. Jahrh. (um 1510) das Grab des h. Johannes Gualbertus, von Ro- 
vezzano, der Absicht nach eine sehr grosse Anlage; von dem Was voll- 
endet wurde, sind nur einige Reliefs in die Uffizien gerettet; Vasari VIII, 
p. 177, v. di Rovezzano.  Das Grab des Gamaliel im Dom von Pisa,
        

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