Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304265
260 
Zweites Buch. 
Decoration. 
ländischen, mit Hülfe des Vicentiners Pironi. (Ueher diesen und den 
glovallgälflml Väcägllß, gleiche Sin ihrer Heiniath viel gearbeitet haben, 
äsarl , p. , v. i ac. ansoviiio.) 
Das Gemeinsame dieses oberitalischen Marmorstyles, gegenüber dem 
florentinischen, liegt in seiner reichen, unbedenklichen Fülle, welche sich 
auch auf die Umdeutung gothischer Formen einlässt. Die Pyramiden des 
Domes zu Coino ä. 81; die vertretenden Portalsäulen S. 37, 51, jetzt 
bisweilen zu prachtvollen, selbst mit Figuren reich besetzten Candelabern 
umgestaltet,  am Seitenportal des Domes zu Como, und an der oben 
Fiwahnten Thur auf IPIELZZZJ, Fossatello zu Genua. Das Relief der Zier- 
oimen ist starker, die Grundflache mehr angefüllt, ja mit Sachen über- 
füllt (Vgl- Flg- 165)- De? Styl des Einzelnen aber ist in den bessern 
Werken so edel, fein und ideal als an den bessern florentinischen. 
Die unedlern Stoffe geriethen 
  eben durch Mitmachen dieses vollen 
  Reichthums in lNaehtheil; ihre 
 Schünlieit würde viel eher in einer 
    gewissen Strenge, namentlich in 
  m.   mässiger Anwendung der unbelebten 
 i    Gegenstände zu finden gewesen sein, 
  wie das Wundervolle Rankenwerk 
 der Pilaster in der Sacristei von 
  S. Satiro tzu Mailand (Eig: 165.) 
 deutlich zeigt. (Wahrscheinlich mit 
_ dem Gebäude von Brainante, vgl, 
 {via llliilillll  ä. 80.) Hier vermisst man den 
Fig. 165. Capitäl am Pal. Communale zu Brescia. WGlSSGD Marmor nicht, S0 Wenig 
 als bei den Robbia (ä. 135). 
Für die Anfänge dieses ganzen oberitalischen Decorationsstyles müsste 
wichtig sein das noch von Lomazzo (trattato delP arte, p. 423) citirte 
inhaltsreiche vGrotteskenbucha des Troso von Monza, eines Malers um 1450. 
137. 
Decorat 
VGY 
Geist 
des 
XVI. 
Jahrhunderts. 
Schon beinahe vom Beginn des XVI. Jahrhunderts an absorbirt 
an Grabmälern und Altären die zum Lebensgrossen und Halbcolossalen 
fortgeschrittene Sculptur die Mittel und die Aufmerksamkeit. Das 
architectonische Gerüste verliert mehr und mehr die Arabesken und 
andern Zierden und wird wieder zur blossen Architectur. Die Deco- 
ration verwendet bald ihre wesentlichsten Kräfte auf die Gewölbe. 
l
        

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