Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304131
I. Kapitel. 
Wesen 
der Renaissance. 
Decoration 
247 
doch 
sehen Candelaber parallel steht, und ist doc] 
bestimmten Vorbilde. 
Der höchste Aufwand wird der neuen 
geistiger wie in materieller Beziehung. 
völlig 
unabhängig von einem 
Decoration 
sofort 
gegönnt: 
Das 
architectouische 
5.131. 
Element und 
die 
Flächenverzierung. 
Indess 
W311" 
der Renaissance 
die Decoration 
durch 
unsichtbar 
mit- 
wirkende Präcedentien verhindert, einen rein von der Architectur aus- 
geschiedenen , prineipiell in sich abgeschlossenen Styl zu entwickeln, 
wie die des Alterthums diess vermoeht hatte. 
Die wichtigsten Aufgaben, Grabmäler und xxav 
Altäre, seit dem Mittelalter wesentlich als Archi-  u W  
tecturen gestaltet, blieben es auch jetzt bis zu 4:, 
einem hohen Grade. Dabei behauptet sich schon  
die architectonische Gebälk- und Sockelbildung,  
statt der verzierten Wellenprofile des decorativen   
römischen Styles; sodann der Pilaster mit sei-  5 
nem Capitäl. Auch bei bewegtern Formen wie  
z. B. an Candelabern und Weihbecken erreichte  
man dann die antike Freiheit und Flüssigkeit  
nicht völlig; es fehlt der Blätterumschlag der  
obern Ränder, die Vielartigkeit der vegetabili- X '  
sehen Simse, sowie der Hohlkehlen. Allerdings "X  
wäre man bei der Absicht auf ungeheuern Reich-  
thum nicht wohl zum Ziele gelangt ohne ein 11,120 Zfgäjjgftflggäfe," 
stärkeres architectonisches Element. 
Anders im nordisch Gothischen, dessen Decorationsstyl geradezu eine 
höchst erleichterte und belebte Architectur ist.  
Gegenüber vom Alterthum ist es etwas 
die Renaissaneedecoration Flächen jeder Art 
Vvohlgefälligste auszufüllen verstand. 
wesentlich Neues, dass 
mit Zierformen auf das 
Das Alterthum schmückte die Flächen oder Felder mit iigürlicher 
Darstellung (Reliefs oder einzelne Relieffiguren an Altären, an den Seiten 
der Candelaber, an Grabcippen etc., Wandmalereien) oder es überliess sie 
(an den Mauerwänden) der Incrustation, d. h. es liess den Stoff sprechen. 
Neutrale Zierformen kannte nur die Teppichwirkerei mit ihren Dessins, 
d. h. sich wiederholenden Motiven. 
Ausserdem müssten die deckenden Theile von jeher durch Schmuck
        

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