Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304082
242 
Erstes Buch. 
Architectur. 
wenn 
Papst 
Rafael in Villa Madama für den Cardinal Giulio 
Glemens, auch den Garten angelegt haben sollte. 
Medici , 
s pätern 
Die Treppe, welche bald auch in den Palästen um des symmetri- 
schen Anblickes willen sich zur Doppeltreppe ausbildet (ä. 106), wird 
in Gärten höhern Styles schon früher verdoppelt. Die mittlern Ab- 
Satze, womöglich in der Hauptaxe der ganzen Villa liegend, verlangen 
nun eine besondere Ausstattung, hauptsächlich durch Grotten mit 
Brunnen. 
Zwei Doppelrampen über einander, mit einer Art von Grotten, in 
dem eben genannten grossen Hof Bramantds. 
Früher symmetrischer Treppenbau mit Marmorbalustraden und sogar 
mit Hallen im untern Garten des Pal. Doria zu Genua, von Montorsoli 
seit 1529. 
Hauptbeispiel auch hiefür: Villa d'Este zu Tivoli 
indess die Doppeltreppen und deren mittlere Nischen 
der ersten Anlage von 1549 angehören mögen. 
Von Alessfs Villen: V. Pallavicini. 
(ä. 120, 124), 
etc. schwerlich 
wo 
alle 
Die kleinern, mehr zierlichen Elemente, wie Blumenbeete, Orangen- 
pflanzungen, Statuen, kleinere, schmuckreiche Fontainen, früher durch 
den ganzen Garten zerstreut, werden gegen Mitte des XVI. Jahrh. 
ausgeschieden zu einem sog. Prunkgarten (auch giardinetto), d. h. zu 
einem besonders regelmässigen Parterre in der Nahe des betrelfenden 
Palastes oder Villengebäudes. Die Lage ist womöglich vertieft, wind- 
still und gegen Süden, die Wege sind mit Steinplatten belegt. Der 
Styl ist nahe verwandt, ja fast identisch mit dem der Gärten in 
Palasthöfen. 
Bereits vorhanden in dem grossen Garten hinter dem Vatican, offenbar 
als sonniger Spazierort in den kältern Jahreszeiten. Später allgemeines 
Requisit der grössern Villen. (Ob dieser äussere vaticanische Garten, 
welcher u. a. die Villa Pia, ä. 117, 120 enthält, eine Anlage des jüngern 
Ant. da Sangallo sein mag? Ein Plan ßper la vignia del Papas ist noch 
von ihm vorhanden, Vasari X, p. 31. Comment. zu der v. di Sangallo.) 
Der oben genannte innere vaticanische Garten (Bramantds) wahrschein- 
liches Vorbild. 
Mitwirkung 
der 
5127. 
mächtigern 
Vegetation. 
Wie frühe die mächtigern Bäume als Massen geordnet in die 
Composition aufgenommen wurden, ist nicht auszumitteln; einzeln und
        

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