Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1304059
Kapitel. 
Gärten. 
Die 
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durch grünes Wachs ersetzten; eine Quellgrotte mit Muscheln ausgelegt; 
ein Gartenporticus, 'wo man je nach Jahres- und Tageszeit Sonne oder 
Schatten sucht; ein freier Platz (area); Vexirwasser; immergrüne Alleen 
von Bux, Myrthen und Lorbeer; die Cypressen mit Epheu bekleidet; die 
einzelnen Felder des Gartens rund, halbrund und überhaupt in solchen 
Umrissen, welche auch einen Bauplan schön machen (?-cycli et 
hemicycli, et quae descriptiones in areis aeditlciorum probentur), eingefasst 
von dichten Hecken; aus dem Alterthum werden hinzugenommen: die 
korinthischen Säulen als Stützen der Weinlauben, die lnschriften in Bux- 
beeten, das Pflanzen der Baumreihen in der Quincunx; für Hecken werden 
besonders Rosen empfohlen; von den Eichen heisst es noch, sie gehörten 
eher in Nutzvillen als in Gärten. Schon damals kamen komische Genre- 
statuen in Gärten vor, Alberti erlaubt sie, sobald sie nicht obscön seien. 
Von ältern Brunnen kaum einer erhalten. Villa d'Este mit freier 
Verfügung über die Wasser des Teverone macht eine Ausnahme unter 
den Gärten vor Sixtus V. (Fig. 153B).  
Antike 
Sculpturen 
und 
Ruinen. 
Der italienische Garten schloss frühe ein doppeltes Bündniss mit 
den römischen Alterthümern: Sculpturfragmente und Inschriften, welche 
für das Innere von Gebäuden nicht als Schmuck gelten konnten, 
machten an Gartenmauern zwischen dem Grün eine grosse, und wie 
man wohl bald gefühlt haben wird, elegische Wirkung; auch an den 
Gartenfronten der Villengebäude Wurden römische Reliefs oft in Menge 
angebracht. Sodann gewann man den baulichen Ruinen nicht nur 
ihre poetische Schönheit ab, sondern ahmteeie in Gärten nach. Ohne 
Zweifel gaben hiezu römische Garten den Anlass, welche in echten 
Ruinen angelegt waren. 
Poggio im Dialog de nobilitate, den er vor 1440 verlegt (Poggii opera 
ed. Argentin. fol. 25) lässt sich noch damit aussßotten, dass er sein 
Gärtlein (zu Terranuova bei Florenz) mit kleinen und fragmentarischen 
Marrnorresten ausgeschmückt habe, um durch die Neuheit der Sache 
einigen Ruhm bei der Nachwelt zu gewinnen.  Der kleine, mit Antiken 
damals ganz angefüllte Garten des Pal. Medici (Riccardi), die Stätte der 
Studien des Michelangelo, Vasari VII, p. 203,iv. di Torrigiano. 
Anwendung im Grossen: an der Gartenseite des Pal. della Valle zu 
Rom, eine ganze Fassade voller Reliefs und bunt zusammengesetzter 
Sculpturfragmente, auch Statuen in Nischen, Vasari VIII, p. 213, v, di
        

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