Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1303889
222 
Buch. 
Erstes 
Architectur, 
Indess hat die Renaissance niemals mit dem Ünsymmetrisehen 
als mit einem malerischen Element cokettirt, sondern dessen immer 
nur so viel mitgegeben, als unvermeidlich war. 
VVesshalb es denn auch immer richtigfwirkt. Den höchsten Ent- 
scheid hierüber gibt nicht die Theorie, welchefin diesen Dingen gänzlich 
schweigt, sondern ein Denkmal der höchsten Zierlichkeit wie die Villa 
Pia (von Pirro Ligorio, im vaticanischen Garten). Diesem sonst streng sym- 
metrischen Bau ist der Thurm hinten links beigegeben als hätte es nur 
noch eines letzten Klanges bedurft, um den Eindruck holder Zufälligkeit 
Villa Pia. 
über das Ganze zu verbreiten (Fig. 141). Rechts ein besonderer Anbau 
für die Treppe, dem Auge beinahe entzogen. 
Bisweilen werden die besondern Bedingungen der Lage auch die 
Unsymmetrie zur Folge gehabt haben. Vgl. die unklare aber vielver- 
sprechende. Beschreibung der in den Comersee hinausgebauten (jetzt 
unseres Wissens verschwundenen) Villa des Giovio, Paul. Jov. Elogia 
literaria, Musei descriptio. Der Hauptsaal, mit Oberlicht von allen Seiten, 
enthielt seine berühmte Porträtsamlnlung.
        

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