Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1303757
Kapitel. 
XII. 
Festungsbauten 
Spitäler, 
und 
Brücken. 
209 
in echter Gestalt, meist aber nach dem unrichtig verstandenen Vorbilde 
unfertiger Römerbauten rusticirt, während Capitäl und Fuss samint dem 
Gebälke regelrecht gebildet sind. Einmischung kräftiger plastischer Ele- 
mente, Masken, Löwenköpfe etc., zumal an den Schlusssteinen; mächtige 
Bildung der einzelnen Keilsteine der Bogen; hie und da horizontal ge- 
wölbte Oberschwellen. 
Eigentliche Missformen erst im IV. Buche des Serlio, z. B. Säulen, 
an welchen glatte und rusticirte Theile abwechseln. 
Alessfs Thor am M010 vecchio zu Genua auf der Stadtseite mit 
lnässigen Pilastern, nach aussen höchst derb. 
Bisweilen wird dem Thor eine Decoration 
diesem Festungsstyl nichts gemein hat. 
vorgesetzt, 
welche 
mit 
Porta S. Spirito zu Rom, im Grundriss ein Kreissegment (das frühste 
Beispiel dieses später so viel gebrauchten Reizmittels), vom jüngern Ant. 
da Sangallo, unvollendet;  Porta del Popolo, angeblich von Vignola, 
triurnphbogenartig;  Porta Pia, von Michelangelo, der um 1559 Ent- 
würfe für viele andere Thore von Rom machte (Vasari XII, p. 263); 
componirt in der Absicht, die plastisch höchst Wirksam durchgeführte 
Thor-Öffnung durch Umgebung mit kleinen Nehenfenstern, Scheinzinnen etc. 
möglichst gewaltig erscheinen zu lassen. Die Bildung der Formen an 
sich völlig willkürlich und nur diesem Zwecke unterthan. 
Brücken. 
Die 
Zeit 
Brücken von 
von 1540 bis 
unabhängiger künstlerischer Bedeutung 
1589 geschaffen. 
hat 
erst 
die 
Aus dem XV. Jahrh.: Ponte Sisto zu Rom, bereits mit Aneignung 
der Formen antiker Brücken. 
Palladids prachtvolle Entwürfe für eine dreibogige Rialtobrücke zu 
Venedig.  Ammanatfs Ponte della Trinitlt zu Florenz; die Formell der 
drei Bogen mit freister Genialität dem Ansteigen gegen die Mitte zu an- 
bequemt; statt der Stichbogen Halbellipsen für das Auge; die Brücke 
laildet Ein belebtes Ganzes (Fig. 139). 
Bedeckte Brücken werden im XV. Jahrh. wenigstens verlangt von 
Alberti (de re aedif. L. VIII, c. 6), der auch über die Engelsbrüeke zu 
Rom im Auftrag Nicolaus V. wirklich ein Dach soll erbaut haben. (Va- 
sari IV, p. 61, v. di Alberti).  Eine stattliche, ziemlich frühe Bedachung 
hat gegenwärtig noch die Brücke des Ticino zu Pavia. 
Burckhardt, 
Italien. Renaissance. 
Zweite Aufl.
        

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