Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1303743
208 
Erstes 
Buch. 
Architectur. 
Ein Bau von völlig einziger Art ist der prächtige niarmorne Triumph- 
bogen des Alfons, ein weisser Hochbau zwischen zwei dunkeln Thürmen 
des Castello nuovo in Neapel (Fig. 137), wahrscheinlich von einem Mai- 
länder Pietro diMartino, fast das einzige Gebäude der Renaissance, Welches 
die antiken Ordnungen im vollen Reichthum ihrer Formen prangen lässt. 
Im XVI. Jahrh. wird dem Thor eine strengere, selbst düstere 
Haltung gegeben und die dorische und toscanisehe Ordnung in ihrer 
oben (ä. 52) angedeuteten Verbindung mit der Rilstica angewandt. 
Sanmicheli (1484-1559) vollendet die- conventionelle Formensprache 
Portal S. 
Zenone. zu Verona. 
des Festungsbaues. 
gänzlich. 
Der 
Thortlulrm 
des 
Mittelalters 
verschwindet 
Die Thore von Paduai (1515 u. f.) bilden den Uebergang von der 
zierlichern- in die strengere Art; von Falconetto sind Porta Savonarola 
und S, Giovanni (1528, nach dem Motiv eines einthorigen Triumphbogens, 
aussen mit Halbsäulen, innen mit rohgelassenen Pilastern). 
Sanmicheli, als Festungsbaumeister der Republik Venedig, errichtete 
dort das Fort S. Andrea di Lido mit der schönen Wasserpforte, und in 
Verona die Porta nuova, Porta S. Zeno (Fig. 138) und Porta stuppai oder 
del Palio. Die Composition jedesmal eigenthümlich, die Ausdrucksweise 
mit grosser Energie dazu gestimmt. Die Halbsäulen und Pilaster bisweilen
        

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