Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1303666
200 
Buch. 
Erstes 
Architectur. 
Hieher gehört die Masse der spätern römischen Paläste; etwa von 
Ammanatfs Pal. Ruspoli an (jetzige Banca nazionale). 
Diese freiste Form musste die beliebteste werden für den Barockstyl, 
welcher Fenster, Thüren, Ecken und Simse ganz nach Belieben phan- 
tastisch uinbilden konnte. Sie ist und bleibt jedoch noch sehr empfind- 
lich in Betreff der Verhältnisse. (Vignolals riesiger farnesischer Palast 
zu Piacenza, fast ohne Details, bloss durch die Proportionen existirend.) 
Die quadratischen Fenster der Mezzanine werden ohne Scheu ziemlich 
gross über den Fenstern des betreffenden Hauptstockwerkes angebracht, 
sodass das Mezzanin formal schon als Zwischenstockwerk wirkt. 
Der Typus ist leicht so auszubilden, dass er der mürrischen abge- 
schlossenen Grandezza zusagt. 
Auch das Motiv einer oder zweier Halbsäulenordnungen (seltener 
Pilaster), über einem Erd- oder Sockelgeschoss in Rustica, kommt 
mehrfach vor, aber nur selten in ganz sorgfältiger und edler Ausführung. 
Hauptsächlich von Rafael (S. 96) ging dieser Typus auf Giulio und 
dann auf Palladio über, Welche beiden aber sich auch für Halbsäulen 
und Säulen meist mit stucchirtem Ziegelbau begnügen mussten. (Pal. 
del Te zu Mantua, ä. 119.) 
Eine völlig gediegene und reiche Durchführung in gehauenem Stein 
wird man auch hiefür hauptsächlich bei Galeazzo Alessi und seinen 
mailändischen Nachfolgern suchen müssen. (Pal. Marine zu Mailand, mit 
Hermen am Obergeschoss, einer damals nicht seltenen Form; vgl. die 
sog. Omenoni, d. h. Riesen am Hause des Bildhauers Lioni in Mailand.) 
behaupten auch noch 
grossartigen Hallen. 
Einige reichere Paläste von Venedig 
Oeffnung der Fassade, jetzt in Gestalt von 
die 
Pal. Contarini, von Scamozzi; wozu aus dem XVII. Jahrh. Longhenafs 
Prachtbauten Pal. Pesaro und Pal. Rezzonico. 
Auch Palladio gab seinem Meisterwerk im Privatbau, dem Pal. Chie- 
regati (vgl. ä. 85) zu Vicenza (Fig. 132), unten und oben fast lauter 
offene Hallen mit geradem Gebälke. 
In dem Engbau Genuafs werden die Proportionen der Fassade 
im Allgemeinen preisgegeben und die letztere irgend einer gefälligen 
Decoration überlassen. 
Letztere geht von der Rustica (auch in phantastischer Anwendung) 
bis zu der durchgeführten Bemalung. Mehrere Fassaden Alessfs Ver- 
zichten indess durchaus nicht auf die Schönheit der Proportionen. 
In Bologna fügt sich der dort heimische Hallenbau ebenfalls in die 
Formen der florentinisch-römischen Schule. So an Pal. Malvezzi-Medici
        

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