Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1303601
194 
Erstes Buch. 
Architectur. 
siglio im Dogenpalast und der obere Saal der Scuola di S. Rocco zu 
Venedig sind beherrscht von spätvenezianischen Malereien; der grosse 
Saal im Signorenpalast zu Florenz war, so wie man ihn bis in unsere 
Zeiten sah, erst das Werk Vasarfs, der ihm indess doch einen reichen 
hintern Abschluss zu geben wusste. Von demjenigen im Pal. comunalc 
zu Brescia, sowie von dem im Innern des Pal. del Podesta zu Bologna 
befindlichen (170 auf 74 Fuss, einst zum Conclave Johanns XXIIL, später 
zum Theater und zuletzt zum Ballspiel gebraucht) weiss Verf. nichts in 
Betreff des Innern anzugeben.  Die Decken, innen cassettirt oder be- 
malt, hängen am Dachgerüste. 
Den Salone in Padua erreicht keines dieser Gebäude an Umfang. 
Das Verhältniss der Grösse zur Höhe und die Beleuchtung ist kaum 
irgendwo angenehm, so dass solche Säle neben den grossen Sälen nam- 
hafterer Privatpaläste (ä. 91), sowie neben grossartigen Klostcrrefectorien 
und Capitelhäusern mit Oberlicht, zumal gewölbten, zurückstehen müssen. 
Der schönste grosse Saal der Renaissance, freilich schon auf der 
Neige des Styles, ist nach meinem Dafürhalten die Sala regia des Vaticans 
mit ihrem von Perino und Daniele da Volterra herrlich stucchirten Ton11en- 
gewölbe (ä. 177), ihren 5 Pforten und ihrem einzigen, mächtigen, in der 
Höhe angebrachten Fenster. 
Vasari zählt die grossen Säle auf bei Anlass des florentinischen, den 
er selber umbaute, VIII, p. 123, v. di Cronaca: einer im Pal. di Venezia 
zu Rom  ein von Pius II. und Innocenz VIII. erbauter im Vatican 
(verbaut), einer im Castell (nuovo) zu Neapel  dann die Säle des 
Palastes von Mailand (jedenfalls verbaut), der Pal. von Urbino (Wo sich 
kein besonders grosser Saal befindet), nebst den bekannten von Venedig 
und Padua. 
102, 
Der 
Hallenbau 
öffentlicher 
Paläste. 
Der offene Hallenbau ist der sprechende Ausdruck dafür, dass 
das betreffende Gebäude das Eigenthum Aller sei. Nicht nur wurde 
ihm das Erdgeschoss fortwährend fast ganz oder zum grossen Theile 
überlassen, Sendern auch das Obergeschoss nahm, wenigstens dem 
Scheine nach, die Formen desselben an. 
Selbst an schon vorhandene Amtsgebäude wurde Wohl eine Halle 
hingebaut; Annales Placentini, bei Murat. XX, C01. 958, 960, zum J. 1479. 
Schon im Mittelalter bildet an den Palazzi pubblici, Pal. della Ragione 
(d. h. Gerichtsgebäude), Broletti etc. von Olaeritalien das Erdgeschoss 
unter dem grosseu Saal geradezu einen öffentlichen Durchgang.  Ideal-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.