Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1303333
Kapitel. 
Die 
des 
Composition 
Palastbaues, 
167 
Verglichen mit den dürftigen ähnlichen Angaben bei Vitruv (L. VI, 
c. 4 bis 6), der Weder Gewölbe noch Fenster mit in Rechnung zieht, 
zeigt sich hier ein ungemein grosser Fortschritt.  
Wesen 
und 
Palastes 
des 
Anfang 
Renaissance. 
der 
Die ideale, allgemeine Aufgabe des Civilbaues spricht sich Weniger 
klar an Residenzen und öffentlichen Gebäuden aus, welche ihre be- 
sondern und verschiedenartigen Zwecke zu verwirklichen haben , als 
an den Privatpalästen, Welche die Einheit des Willens und des Zweckes 
an der Stirne tragen und durch ihre Gleichartigkeit bestimmte Styl- 
gruppen bilden können. 
Der Palazzo in diesem bestimmten Sinne ist ein monumentaler Bau, 
an welchem jede oder wenigstens die Hauptfronte nur Einen Gedanken, 
diesen aber mit der vollsten Kraft ausspricht, und dessen Grundplan in 
einer regelmässigen geometrischen Form beschlossen ist. 
Dieser Einheit fügen sich auch die einzelnen Zwecke, die unter Einem 
Dache erreicht werden sollen, mindestens eben so gut als einer ver- 
zettelten Anlage; auch lohnte es bei der Gleichartigkeit der Aufgabe der 
Mühe, die günstigem Arten der innern Anordnung immer zweckmässiger 
und schöner auszubilden und zum Gemeingut zu machen. 
Einen Organismus im strengem Sinne kann man von dem Palazzo 
nicht verlangen, da das Viele und Verschiedene, das er umfasst, sich 
eben nicht als Vieles, als Gongregat ausdrücken darf, sondern einer grossen 
künstlerischen Fiction unterthan wird. 
Bald nach Anfang des XV. Jahrlm, noch unabhängig von dem 
Formalen der Renaissance, zeigt sich eine Bewegung im Palastbau, 
Welche wesentlich auf einen Fortschritt im Zweckmässigen und Be- 
(IUGIIIGH 
hinstrebte. 
Vgl. bei Milanesi II, p. 144 den wichtigen Brief des in Bologna- 
weilenden Jacopo della Quercia 1428 an die Behörden seiner Heimath 
Siena, welche sich bedeutender Bauten halber um einen Meister erkun- 
digte: der Betreffende, Giovanni da Siena, sei beim Marchese (Nicolö) von 
Este in Ferrara mit 300 Ducaten jährlich und freier Station für 8 Per- 
sonen zum Bau eines grossen und starken Schlosses in der Stadt ange- 
stellt, ßkein Meister mit der Kelle in der Hand, sondern ein chonponitore 
e giengiero, d. h. Ingenieure; in Bologna selbst sei der treffliche Fiora- 
vante, der den zierlichen Palast des Legaten und in Perugia das Schloss
        

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