Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1303225
156 
Buch. 
Erstes 
Architectur. 
Indess besass der italienische Klosterbau ein Element, welches 
ihm mit der Zeit jede grosse und freie Combination sehr erleichterte, 
nämlich die Säulenhalle statt des geschlossenen, bloss mit Fenstern 
und Thüren nach ausscn geöffneten Kreuzganges. 
Auch bei geschlossenen Gängcn mit Brustwehrnuauern, wie z. B. den 
Klosterhöfen am Lateran und an S. Paul (ä. 16), und sogar bei eigent- 
lichen Mauern mit Fenstern, z. B. dem Camposanto zu Pisa bleibt der 
Einfall von Licht und Luft beträchtlich stärker als im Norden. 
Weit das häufigste aber sind seit der Römerzeit die offenen Bogen- 
hallen; mit antiken Säulen z. B. die prächtigen Atrien der Dome von 
Capua und Salerno, welche wir wohl hier mit anführen dürfen (XI.  
Der Gharacter der offenen Halle, von Säulen oder Pfeilern, lag 
wesentlich darin, dass sie zum Erdgeschoss des Hauptbaues des Klosters 
gehörte (während der nordische Kreuzgang viel feierlicher abgeschlossen 
war), dass sie bei geringerem Aufwand eine sehr viel grössere Freiheit 
der Anordnung, namentlich der Intervalle gestattete und dass der Inhalt 
der Halle (Fresken, iGrabmäler) auch vom Hofe aus sichtbar war. 
Während ferner das nordische Kloster bloss Einen Kreuzgang hat, 
wird in Italien die Halle um alle Höfe herumgeführt und dient als Aus- 
druck auch für einzelne Gänge in allen Theilen und Stockwerken des 
Klosters. Hauptbeispiele der gothischen Zeit: die Höfe des Santo zu 
Padua; die Höfe und Aussengalerien etc. an S. Francesco zu Assisi.  
Alla Quercia zu Viterbo über einem gothischen Erdgeschoss eine schöne 
obere Halle in Renaissance. 
Uebersicht 
Klosterbaueä. 
des 
Die Renaissance bekam in Italien wieder grössere und prächtigem 
Klöster zu bauen als die nordischen des XV. Jahrh. sind. Die treff- 
liche rationelle Anlage und die Schönheit und Vielgestaltigkeit ihres 
Hallenbaues geben denselben eine hohe Bedeutung. Einzelne Haupt- 
räilme des Innern erreichten hie und da eine Ausbildung, welche schon 
damals als classisch galt. 
Die damalige Zerrüttung des Benedictinerordens im Norden ist bekannt. 
 Für Italien kommen ausser den grossen Carthausen, Gamaldulenser- und 
Cassineilserklöstern wahrscheinlich auch in künstlerischer Beziehung Val- 
lombrosa und Alla Vernia in Betracht, die dem Verf. nicht bekannt sind. 
Der Hallenbau, auf Säulen oder Pfeilern, schafft aus dem Gontrast 
der Stockwerke  mag das Obergeschoss eine Mauer mit Fenstern oder
        

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