Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1303101
144 
Buch. 
Erstes 
Architectur. 
Dagegen der Entwurf des jüngern Ant. Sangallo (ä. 66) für S. Peter 
(im speeulum romanae magnificentiae) mit Thürmen, an welchen Säulen, 
Halbsäulen und Obelisken auf das Thörichteste gehäuft sind.  
Von Sex-he's Kirchen läneii ini V. Buche 
P 
 " gehören hielier der 11. und 12. (Vgl. 
.,....uuuiulHtllJJllllItlJlmu,i-;ee ä- 57-) 
f Der obere Abschluss gehört bisweilen 
 einer ganz anarchischen Phantasie an Welche 
   sich auch jeder Beschreibung entzieht. Ist 
    aber das oberste Stockwerk iriereckig, -so 
  folgt doch meist nur ein vierseitiges ziemlich 
ä flaches Dach wie auf den Thürmen römi- 
     scher Basiliken; und so auch an S. Spirito, 
  ä. 78,  oder ein Spitzhelm von Stein, oder 
ä? von Zimmerwerk mit bleierner Bedachung. 
 Dan. Barbaro, der seinen Marcusthurm vor 
 Augen hatte verlangt (ad Vitruv. L. IV c. 8) 
 da" I,      , , 
 für (116 Höhe solcher Helme das Anderthalb- 
  l,  fache der Basis.  
 i- Wie an der Fassade, so weiss dann 
 auch am Thurm der Barockstyl seine guten 
  und schlechten Mittel viel wirksamer zu 
 I  I  brauchen. Mächtige Fenster, Rustica an den 
-  Ecken, derbe Consolen unter den Gängen, 
ä starke plastische Zuthaten (Guirlanden, Löwen- 
köpfe etc.), gebrochene und geschmückte 
 Giebel, Abwechselung von Stein und Back- 
 stein etc. 
  Der unvollendete, einfach tüchtige Thurni 
   neben S. Chiara in Neapel, früher als Werk 
 des XIV. Jahrh. für die Priorität Neapcls in 
3' .ll i  
 im der Renaissance geltend gemacht, ist noto- 
41W "flllll  risch erst nach 1600 erbaut. D'Agincourt 
Fig. 91. Thurm an S. Spirito. T- 54- 
Einzelne 
und Sacristeien. 
Capellen 
Die einzelnen an Kirchen angebauten Capellen und Saeristeien 
gehören zum Theil zu den besten Leistungen der Renaissance, schon 
weil dieselbe hier innerhalb ihres wahrsten Elementes arbeitet, indem 
es nämlich grösstentheils centrale Anlagen sind. Im XV. Jahrhundert
        

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