Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1302967
130 
Buch. 
Erstes 
Architectur. 
Weite sein, sind ganz willkürlich.) Letztere von einfachster Pilasterord- 
nung bis zu triumphbogenartigem Reichthum. Die Capellen selbst können 
kleiner und zahlreicher oder grösser und weniger sein,  grössere oder 
geringere Tiefe besitzen;  der Altar kann jedesmal an der Ostwand 
stehen und dann das volle Licht eines Seitenfensters geniessen,  oder 
die Mitte der Gapelle, sei es eine flache Hinterwand oder eine halbrunde 
Nische einnehmen, wobei er kein eigenes Licht oder das von zwei Seiten- 
fenstern hat. Die Capellen sind bisweilen Schatzkammern der Malerei 
und Sculptur, Wäluend sich hier die Baukunst auf ein Noththeil be- 
schränkt, wenn ihr nicht besondere Ausbauten, Capellen mit eigenen 
Kuppeln u. dgl. bewilligt werden. 
Die Obermauern erhalten eine zweite Pilasterordnung oder decorative 
Malereien. Der Eingang zum Chor geschieht gerne durch einen grossen 
Bogen. Den Fassaden ist diese Anlage günstiger als die Basilica, Wegen 
Breite des Mittelschiffes. 
Einige grosse Baumeister haben auch 
einen unvergänglichen Werth verliehen. 
diesem 
bescheidenen Typus 
bis 
Giul. 
1480. 
da 
Sangallo z 
Maddalena 
Pazzi 
in 
Florenz, 
etwa 
1470 
Gronaca um 1500: S. Franceseo al monte ebenda, 21a bella villanellar: 
(Fig. 74).  Heisst auch S. Salvatore del monte. 
Jacopo Sansovino: S. Marcello in Rom und später, vielleicht unter 
dem Einfluss eines Pedanten (E. 57), S. Francesco della Vigna in Venedig, 
1534. 
Ant. Sangallo d. j.: S. Spirito in Rom (5. 73). 
 In Neapel ist diess die vorherrschende Kirchenform der guten Zeit: 
Kirche Monteoliveto etc.;  in S. M. delle Grazie, von Desanctis um 1530, 
triumphbogenartige Capellenenigänge.  In Neapel die Cassetten der 
Flachdccke durchgängig durch grössere Felder mit Malereien auf Tuch- 
flächen verdrängt. 
ä. 76. 
Einschiffige Gewölhekircl] 
Einschiffige Gewölbekirchen mit Capellenreihen erreichen im 
XV. Jahrh. selten eine genügende Ausbildung, werden aber um die 
Mitte des XVI. Jahrh. in einer glücklichen Umgestaltung zum vor- 
herrschenden und bald in der ganzen catholischen Welt gültigen Typus. 
Alles hing ihier von den Schicksalen des Gewölbes ab. Das reine 
Tonnengewölbe, Welches eigentlich nur dann schön ist, wenn eS als 
dunkler Durchgang zwischen zwei lichten Räumen wirkt (s. die Halle in
        

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