Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1302897
Kapitel. 
der Kirchen. 
Gomposition 
Die 
123 
unvollständigen Skizze im Pal. Buonarroti). Vgl. Vasari XII, p. 201, Nota, 
v. di Michelangelo; XIII, p. 77, s., v. di Jac. Sansovino.  Beide Motive, 
vertretende Säulen und Zuthat von Sculpturen, längst vorbereitet z. B. 
in den Architecturen paduanischer und ferraresischer Gemälde und in den 
Festbauten, zumal Triumphbogen. 
Eine analoge, noch viel grössere Pracht muss gewaltet haben in der 
Decorationsfassade am Dom, bei demselben Besuch Leo's X. 1514, einem 
riesigen Triumphbogen mit einer Masse von Scheinreliefs und Statuen. 
  Alsmdiewherrlichste Arbeit dieser Zeit bezeichnet Vasari anderswo den 
nicht ausgeführten Entwurf des Girol. Genga für den Dom von Mantua 
(XI, p. 91, v. di Genga; vgl. oben ä. 5, 67). 
Ueber die Fassaden, Welche die verschiedenen Meister für S. Peter 
in Rom ausgedacht hatten, ist auf das Werk v. Geymüller's zu verweisen. 
Serlio's damalige Theorie über die Ordnungen an Fassaden (L. IV): 
die dorische für Kirchen heldenmüthiger und ritterlicher Heiligen, die 
corinthische für Kirchen der Madonna und heiliger Jungfrauen, die ionische 
für Heilige fra il robusto et il tenero, z. B. für heil. Matronen. 
Serlio gibt den Gliederungen gerne ein starkes Relief, wie z. B. der 
Aufriss L. VII, p. 110 mit Dreiviertelsäulen und vorgekröpften Gebälken 
beweist. 
Die Obelisken, Gandelaber, Statuen u. s. w., Welche Ecken und Mitte 
der Fassaden krönen und gleichsam eine überschüssige Kraft derselben 
in die Luft ausklingen lassen, werden besonders reichlich in dieser Zeit 
angewandt; s. die mit Obelisken beladene Fassade von S. M. dell" Orto 
zu Rom (Giulio Romano?) und des jüngern Sangallds Project für S. Peter, 
wo man freilich in den vielen ßagugliev ein gothisches Element erkannte; 
Vasari X, p. 17, v. di Ant. Sangallo. In der That hatte schon die Früh- 
renaissance solchen Schmuck, zum Theil als Erbstück aus dem Gothischen, 
hie und da gebraucht (ä. 19). 
der Nachblüthe. 
Fassaden 
In der Periode von 1540 bis 1580 (vgl- 5- 56) Stellt sich haupt- 
sächlich in Rom derjenige Durchschnittstypils der Fassaden fest: Welcher 
dann auf den Flügeln der Gegenreformation in alle Welt getfßgen 
wurde. In all seinen verschiedenen Schattirungen strebt derselbe Jedes" 
mal nach einer conventionellen Harmonie, welche für jene Zeit eine 
vollkommene Wirklichkeit hatte. 
Die wahrste Aufgabe der Renaissance, der Centralbau konnte, wie 
hier absichtlich wiederholt werden muss, entweder die Fassaden entbehren
        

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