Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1302673
IX. Kapitel. 
Die 
der Kirchen. 
Gomposition 
101 
Spätere Gentralbauten des XV. Jahrhunderts. 
In der zweiten Hälfte des XV. Jahrh. kommen Versuche, Nach- 
richten und Idealpläne, doch auch bedeutende noch vorhandene Lösungen 
des Problems vor.  
Bei Polifilo (ä. 32) der Durchschnitt eines runden, innen auf einem 
Kreis von Pfeilern mit vertretenden Säulen ruhenden Kuppelbaues mit 
Umgang; aussen Pfeiler mit Halbsäulen und von diesen gegen die Kuppel 
hinauf reiche Strebebögen. S. oben Fig. 1.  Eine zweite Beschreibung 
gilt einer Ruine in der Art der Mincrva medica. 
Was ist aus der berühmten Rotunde Mantegnefs geworden? Vasari V,_ 
p. 231 im Commentar zur v. di Mantegna. 
Francesco di Giorgio in seinem Tractat (ä. 31), Lettere sanesi III, 
p. 117: aES gibt 3 Hauptgestalten der Kirchen, auf welche man die 
unzählig vielen vorhandenen zurückführen kann: Die vollkommenste ist 
die runde, die zweite ist die viereckige oder mit einzelnen Fassaden, die 
dritte ist aus beiden zusammengesetzte Jedenfalls gilt der Gentralbau 
auch hier als das Höchste. 
Das ältere Brüderpaar Sangallo reicht in der Form des griechi- 
schen Kreuzes bei kleinerem Massstabe bereits nahe an die Vollkom- 
menheit. 
Madonna delle carceri zu Prato (Fig. 33), 1485 begonnen von Giu- 
liano; über den kurzen Kreuzarmen mit geraden Abschlüssen schwebte 
auf niedrigem Cylinder die leichte Kuppel mit 12 kleinen Rundfenstern; 
höchster Zauber des Raumes und edelgernässigte Decoration. 
Madonna zu Montepulciano (Fig. 34), 1518 erbaut von Antonio, ein 
ähnlicher Grundplan, aber stark in die Höhe getrieben und mit der derben 
Plastik des XVI. Jahrhunderts. Vgl. ä. 79.  
Andere Florentiner: Cronaca's achteckige, mit 4Ecknischen versehene 
Sacristei bei S. Spirito 1493 voll Adel und Zierlichkeit;  
Pintellfs  Octogon in S. Maria della Pace zu Rom, auf alle Weise 
misslungen. 
Venedig hilft Wenigstens die Erinnerung an den lichtbringenden 
Cylinder und an die Calottenform der Kuppel wach halten, bis sich 
die grosse Baubewegung dieses byzantinischen Elementes bemächtigt. 
Es sind die vielen kleinen Kirchen quadratischer Anlage mit einer 
Kuppel über den vier Mittelpfeilern gemeint, deren Haupttypus (Fig. 35 
und 36) S. Giovanni Grisostomo ist (1483, von Tullio Lombardo). Für
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.