Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1302669
100 
Erstes 
Buch. 
Architectur. 
Wirklich ausgeführt: die Capella de' Pazzi im ersten Klosterhof bei 
S. Große (Fig. 32), wo eine leichte niedrige Kuppel auf zwei Seitenbogen 
ruht. Die Vorhalle vgl. ä. 352 
Alberti Fördert die wahre Aufgabe einer über lichtem Unterbau 
schwebenden Kuppel nicht; seine zwei Kuppeln, wesentlich als Denk- 
mäler eines Gewaltherrschers und eines Condottiere entworfen, sollten 
in römischer Weise auf heruntergehenden Stockmauern ruhen. 
Die für S. Francesco in Rimini (1447), den Bau des Sigismondo 
Malatesta (g. 6), ist nur aus einer Denkmünze (bei D'Agincourt, T. 51) 
und aus der Lettera sulla cupola (opere 
 volgari, Tom. IV) bekannt, aber nicht 
 ausgeführt.  A. musste einen Yorderbau 
  und zwar einen gothlschen mit Gapellen 
 Q lßß beibehalten und neu decoriren; auf die- 
  sen wäre eine Kuppel von den Propor- 
iilätz  tionen des Pantheon oder der Thermen 
V    l  rundsäle gefolgt; umsonst stellte A.'s 
n   Kt  Bauführer Manetti die Theorie auf, eine 
Ö Kuppel sollte doppelt so hoch als breit sein. 
 Der Kuppelbau an der Annunziata 
A, Sri ä zu Florenz, gestiftet 1451 von dem 
1 i.   Feldherrn des Staates, Lodovico Gonzaga 
I N    von Mantua, welcher darin Beute, Waffen 
  ü i!   und Fahnen seiner Kriegszüge anbringen 
22 äl  ä 2a wollte; eine Nische oder Gapelle sollte 
 wahrscheinlich sein Grab enthalten. Es 
Fig. a2. Cap. ae Pazzi zu Florenz. (NohL) ist eine Nachbildung des Thermenraumes 
Minerva medica zu Rom, rings oben mit 
Fenstern, unten mit Nischen, gegen die Kirche mit einem grossen Bogen 
geöffnet, aussen Rohbau, innen modernisirt. Vasari IV, p. 59, Nota, v, di 
Alberti, und Gaye, carteggio I, p. 225, ss. Im Nachlass Manettfs, welcher 
auch hier Bauführer war, kommt das Modell eines vßRundtempelgq vor, 
Gaye, 1, e_ I, p. 171, ohne Zweifel von einem dieser beiden Bauten.  
Auch im Lehrbuch de re aedilicatoria L. VII, c. 10 vgl, 15, übergeht 
Alberti den wahren Centralbau; höchstens dass er von runden Basiliken, 
d. h. Bauten wie S. Stefano rotondo redet. Er vermischt absichtlich 
christliche und heidnische Rundbauten und gibt die Proportionen der Höhe 
zum Durchmesser nach seinen Vermessungen an. 
S. Francesco in 
6), ist nur aus
        

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