Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1302604
94 
Erstes 
Buch. 
Architeciur. 
ehrgeiziger Ignoranten, welche auf andere Ignoranten rechneten; nur 
 modelli nudi e semplici gäben den Beweis von dem Genius des Erfinders. 
Auch bei blossen Zeichnungen verbittet er sich alles Malen und sogar 
das Schattiren, indem sich der Architect durch den Grundplan auszu- 
weisen habe. 
Wenn hiemit Unwürdige abgewiesen werden sollten, so gab es doch 
auch solche Decoratoren, Welche grosse, wenigstens geachtete Baumeister 
wurden und dann ihre Modellfertigkeit nach Kräften anwandten. 
Giuliano Sangallds Modelle für die Villa Poggio a Cajano, für ein 
Prachtschloss des Kronprinzen von Neapel, für einen Palast des Lodovico 
Moro, für den Anbau an S. Pietro in vincoli zu Rom und für einen 
Palast in Savona; letzteres in reichornamentirter Ausarbeitung musste er 
in Person nach Lyon zu Carl VIII. bringen, dem es der Besteller (Cardinal 
Giuliano della Rovere, später Julius II.) geschenkt hatte; auch nach Neapel 
und Mailand hatte er jene Modelle selber begleitet.  Antonio Sangallds 
d. ä. Modelle für die Madonnenkirche in Cortona (nicht ausgeführt) und 
in Montepulciano. Vasari VII, p. 209, ss. v. di Giuliano Sangallo. 
Vecchietta nahm 1460 ein hölzernes Modell für die Loggia _del Papa 
von Siena nach Rom mit, erhielt aber die Bestellung nicht; Milanesi II, 
p. 308.  
Francione, alignariuse, Architect und Lehrer des Baccio Pintelli, 
lieferte beim Concurs von 1491 für eine neue Doinfassade in Florenz 
(5. 70), wo alle 45 andern nur Zeichnungen brachten, ein Modell; ebenso 
für die Kuppel der Sacristei bei S. Spirito 1493, welche jedoch einfiel, 
als man die Baustützen Wegnahrn; Gaye, carteggio I, p. 276; Vasari VIII, 
p. 121, Nota, v. di Cronaca.  Ein Kirchenmodell Pintelli's, Vasari IV, 
p. 136, v. di Paolo Romano. 
Für die Domkuppel in Mailand (ä. 23) lieferten um 1490 viele Meister 
Modelle ein, Milanesi II, p. 430, und auch Francesco di Giorgio wird 
kaum ohne ein solches aufgetreten sein. Er hatte bereits 1484 bei der 
Madonnenkirche zu Gortona mit einem Modell gesiegt; Lettere sanesi III, p. 88. 
Im Dom von Pavia das wohl erhaltene und restaurirte grosse hölzerne 
Modell dieser Kirche, Wahrscheinlich von Cristoforo Rocchi 1486 (Fig. 31). 
Die 
Modelle 
Hochrenaissance. 
der 
Im XVI. Jahrh. scheint sich das Modelliren mehr auf grosse 
und complicirte Bauten, auf wichtige Neuerungen und Concurse be- 
schränkt zu haben , indem für die gewöhnlichen Durchschnittsformen 
der Renaissance jetzt schon die Zeichnungen genügten. Festungsbauten 
wurden, wie gesagt, immer modellirt.
        

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