Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Renaissance in Italien
Person:
Burckhardt, Jacob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1301055
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1302422
Buch, 
Erstes 
Architectur. 
verging, wird bei Vasari mit seinen Vermessungen in Rom (ä. 27) u. a. a. O. 
in Verbindung gebracht, allein diess schliesst die unvermeidliche Einwir- 
kung der florentinischen Bauten auf ihn nicht aus. 
Das gesteigerte Studium des Vitruv (ä. 28) ist von dieser neuen 
Richtung theils WVirkung theils Ursache, je nach dem einzelnen Fall. 
Die Vereinfachung der Form wurde theils aus bestimmten Römer- 
bauten, theils aus allgemeinen Gesichtspuncten gerechtfertigt. Damit 
war untrennbar verbunden ein stärkeres plastisches Hervortreten, um 
sich an den zum Theil gewaltigen neuen Bauten vernehmbar zu machen, 
vermöge des stärkern Sehattensehlages. 
Serlio, architettura, L. III, fol. 104, vgl. L. VII, fol. 120, 126. Er 
beruft sich auf das Golosseum, auf den Bogen von Ancona und selbst 
auf das Pantheon, dessen corinthische Ordnung nur sehr weniges, aber 
wohlvertheiltes Detail habe, und polemisirt gegen die vdem Geschmack 
der Menge huldigendens Baumeister, welche die ornamentalen Glieder 
vollständig nach den reichern Beispielen gäben. Durch das viele vGe- 
meisseltes (intagli) würden die Fassaden nur verwirrt und affectirt. 
In der That gab man die vegetabilische Ausdcutung, welche die 
reichere antike Baukunst ihren Profilen verliehen (Bl-attreihen, Perlstab etc.) 
und welche schon die Frührenaissance nur sehr ungleich (und vielleicht 
nur am Triumphbogen des Alfons im Castello nuovo zu Neapel, ä. 109, 
vollständig) angewandt hatte, jetzt völlig Preis und beschränkte auch die 
Capitälformeiu auf das Nothwendige. (Das Canneliren, vgl. ä. 35.) Ja 
man fand den Reichthum, auch wo man ihn ausdrücklich suchte (haupt- 
sächlich im Innern), doch nicht in den reichern römischen Formen, son- 
dern in gemalten Füllungen, stucchirten Pilastern, am Aeussern in Guir- 
landen, Masken, Bandwerk u. dgl. an Fenstern und Thüren. Selbst an 
kleinern Zierarbeiten (Grabmälern, Altären) mochte man dann nicht mehr 
auf die entsprechenden vollständigen römischen Prachtfornien zurückgehen. 
Der Barockstyl fand endlich jenen Rückweg vollends nicht mehr und ver- 
vielfachte lieber seine Gliederungen, als dass er sie in jener ganz erlaubten 
Weise bereichert hätte. 
Einwirkung 
Detailprbben und 
Festdecoration. 
der 
Auf jede Weise suchte man sich des Wahrhaft Wirksamen zu 
versichern. Ausser den Probemodellen einzelner Bautheile in wirklicher 
oder nicht viel geringerer Grösse War auch die bauliche Decoration 
bei Festen jetzt eine sehr wichtige Quelle der Belehrung.
        

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