Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296863
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
S. Angiolo in Pescheria, wo er einige Lehensauftritte des 
heil. Andreas malte, so kann er mit den besten Mitschülern in 
die Rennbahn treten. Als er in der Folge des Meisters Ge- 
fälligkeit mishrauchte, und ihn durch seine Zwisehenträge- 
reien von Agostino, Albano und Guido entfernte, erhielt 
er den gewöhnlichen Lohn der Ohrenblüser. Annibale riss 
sich von ihm los, und nun, dieser Stütze beraubt, ward er im- 
mer kleiner und kleiner. Anton Maria Panico mied 
Roms Kunsteinsichten, diente dem Mario Farnese und lebte 
auf seinen Gütern, in Castro, Latera, Farnese malend, in des- 
sen Dom er das Messgemälde lieferte, woran Annibale half, 
ja sogar einige Figuren dazu gab. Baldassare Croci wird 
von Orlandi zu Annibale's Schülern gerechnet, von Mal- 
vasia zu Guido's Nnchahmern. Baglione giebt ihn für 
älter, als alle drei Caracci aus, und führt ihn in Rom auf 
von den Zeiten Gregorius an. Diese Schriftsteller überein- 
stimmig zu machen, könnte man sagen, er sei immer in Rom 
geblieben und habe, schon betagt, die Muster seiner tüchtigen 
Mitbürger benützt. So viel man im Stadthause von Viterho, 
und in einer Kuppel der Jesuiterkirche, in den grossen Lebens- 
auftritten der heil. Susanne und anderwärts in Rom sieht, ist 
sein Styl leicht, natürlich, so dass er als ein gewandter und 
guter Wandmaler, nicht leicht als Caraccist gelten kann. 
Gio. Luigi Valesio aus der Schule der Caracci, war-ein 
er spät trat und mehr Miniatur und Kupferstechen, als Malen 
lernte, ging nach Rom und machte dort in Diensten der Lo- 
dovisier unter Gregor XV. viel Aufsehen. Er wird in TMa- 
rini's und anderer Dichter Werken nicht sowol wegen seiner 
Kunst gelobt, worin er mittelmässig war, als wegen seines 
Glücks und seiner Betriebsanxkeit. Er gehörte zu denjenigen 
Menschen, die ihr mangelndes Verdienst durch andere leich- 
ter zum Vortheil führende Mittel zu ersetzen wissen, zu rech- 
ter Zeit die beschenken, die ihnen nützen können, Heiterkeit 
bei Herabsetzung heuchelxi, Genien unterstützen, sehmeicheln, 
sich beliebt und Partei machen, bis sie ihren Zweck erreichen. 
So hielt er sich einen Wagen in Rom, wo Annibale meh- 
rere Jahre keinen andern Gehalt für seine rühmlichen Arbeiten 
hatte, als ein Dachstiibchen, Lebensunterhalt für sich und ei- 
nen Diener, und 120 Scudi jährlich. S. Malvas. T. l. p. 574.
        

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