Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296838
Die Caracci, ihre Zögl. u. Nachf. bis auf Cignani. 
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dem Alten aber, der abgewendet steht, die Aufmerksamkeit 
auf das Spiel, die Freude an einem solchen Zögling und (lag 
Streben ansieht, dies Gefühl zu verbergen, um ihn nicht eitel 
zu machen 22). 
So feine Arbeiten hat er wol in Bologna nicht hinterlas- 
sen; indess ist auch dort noch immer seit den Zeiten der Ca. 
racci eine Partei, welche Lodovico dem Annibale vor- 
zieht. Erwäge ich nun, dass Annibale zu dem Erblass sei- 
ner Schule auch den Reichthum fügte, welchen griechische 
Geister mehrerer Orte und Jahrhunderte in ihrem Style Vergin- 
ten; bedenke ich die Fortschritte, welche Domenichino, 
Guido, Albano und" Lanfranco machten, nachdem sie 
seinen neuen Styl in Rom gesehen, und wie viel daraus Al- 
gardi für die Bildhauerei gewann, wie nach Passeri zu 
vermuthen steht; ferner, wieviel durch ihn die so anmuthige, 
gefällige, liebliche niederländische und holländische Malerei ge- 
wonnen, so scheint mir die ausser Bologna durchgängige An- 
sicht, dass Annibale der grösste Maler dieser Familie sei, 
dem Wahren näher zu kommen. Will man, so kann man hin- 
zufügen, dass Agostino der beste Kopf, Lodovico, dem 
wir Beide zu verdanken haben, der beste Lehrmeister gewesen. 
Als solchen hat ihn auch Abate Magnani, Bibliothekar und 
Professor der Beredtsamkeit des Instituts, in einer Rede über 
die schönen Künste geschildert, die nebst andern desselben 
Verfassers zu Parma bei Bodoni erschien.  
Die drei Caracci bezeichnen gleichsam die Gränze der 
goldnen Zeit unserer Malerei. Sie sind die letzten vorzüglichen 
Meister, wenn man nicht diesen schönen Zeitraum durch et- 
liche ihrer Schüler verlängert annehmen will.b Es lebten in 
der Folge gar treliliche Meister; von da an aber hielt man 
sie für minder gross nnd gediegen und so lieset man Klagen 
über das Sinken der Kunst. Manche haben auch wol mit 
Guido den Anfang des silbernen Zeitalters bezeichnet und 
bis auf Giordano fortgeführt, theils wegen des geringem 
Verdienstes der Künstler, tbeils wegen der um so grössern 
l 
Lazzarini 
Calaloga delle 
pitlure 
Pesaro , p. 
L. 
di 
118. 
III. Bd. 
F
        

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