Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296805
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
sofort aufschreiben, an den verschiedenen lebhaften Gesichtern, 
aus welchen allen die Seele leuchtet und spricht. Als das Ge- 
mälde ausgestellt ward, drängte die Jugend sich darum, Ue- 
bungen danach zu machen, so dass Annibale, von Eifersucht 
ergriffen, im Geschmack des Bruders bedüchtiger und langsa- 
mer malte, und Agostino der Kupfertecherei wieder ergeben 
zu machen suchte, was ihm auch gelang. In Rom nahm er 
ihn wieder zum Maler an, und die schöne Farbendichtung, die 
man in der farneser Gallerie bewundert, ist grcssentheils ihm 
zu danken, sowie die Fabel von Cephnlus und Galatlne; höchst 
anmuthige Bilder, die; von einem Dichter eingegeben und von 
einem griechischen Künstler ausgeführt scheinen! Da ging die 
Rede, der Kupferstecher habe sich in der farneser Malerei bes- 
ser genommen, als der Maler, und Annibale, der den Re- 
gungen des Neides nicht mehr widerstehen konnte, entfernte 
den Bruder mit erlogenen Ausilüchten von der Arbeit; und 
keine Demüthigung Agostino"s, kein Rath Aelterer, keine 
Vermittelung von Grossen konnte ihn besiinftigen. Von Rom 
abgereist, ging Agostino in Dienste des Herzogs zu Pqrma, 
für welchen er in einem Saale den himmlischen, den irdischen 
und den käuflichen Amor malte; eine Arbeit, womit er sein 
Leben beschloss. Eine unvollendet gebliebene Figur daran wollte 
der Herzog von keinemlandern Pinsel ergänzen lassen. Als er 
das Ende seiner Tage nahen sah, bereute er bitterlich mit Thrä- 
nen seine üppigen Stiche. Auch sann er damals auf ein jüngstes 
Gericht, das er aber nicht vollenden konnte. In der Besehrei- 
bung seines Leichenbegängnisses und der von Lucio Faberio 
gehaltenen Lcichenrede wird ein damals uon ihm auf schwar- 
zen Sannnt gemalter, jedoch nicht vollendeter Kopf Christi als 
Richters erwähnt.  Dieser Kopf wird im Palast Albani zu 
Rom vorgezeigt, und ist anderwärts nachgemalt; die Züge 
haben alle Majestät und Furchtbarkeit, welche die menschliche 
Phantasie nur ersinnen kann 19)! 
 Annibale war ein grosser Maler in der Lombardei, wel- 
chen Geschmack er auch innner befolgen mochte. Mengs 
19) Neu 
dem Meere. 
aufgefunden ist von ihm die Blrscixeinung der 
S. das Kunslbl. ües Morgenbl. 1320. N.  
Venus aus 
11V.
        

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