Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296725
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Oberilaliän. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
Schule trat Panico über; und von allen Seiten eilten andere 
der besten Jünglinge hinzu, welche einen Schwarm von Schü- 
lern nachzogen. Endlich wurden die übrigen Akademien ge- 
schlossen, alle Schulen vereinsamten, jeder Name wich dem 
der Caracci, ihnen wurden die besten Aufträge, sie kamen 
am meisten in Ruf. Als ihre Nebenhuhler gedemüthigt waren, 
sprachen sie. anders; besonders als der grosse Saal Magnnni 
geöffnet ward, dies Wunder earaccischer Kunst. Da be- 
theuerte Cesi, er wolle Jünger dieses neuen Styls werden, 
11ml Fontana bedauerte, dass er zu alt sei, ihm zu folgen; nur 
C alvart tadelte mit seiner gewöhnlichen Grosssprecherei die 
Arbeit und war der letzte unter allen, der seine Meinung än- 
derte, oder wenigstens schwieg. 
Und hier ist es nun am Orte, die Uebungen und das 
Verfahren einer Akademie zu schildern, die nicht nur so grosse 
Zöglinge bildete, sondern auch ihre Meister vervollkommnete; 
denn wahr bleibt immer, dass der kürzeste Weg viel zu lernen 
das Lehren und Unterrichten ist. Die drei Brüder 9) lehrten 
in grosser Einigkeit ohne Käulliehkeit und Neid; den mühse- 
ligsten Theil aber des Unterrichts übernahm A g o s t i n o. 
Er hatte einen kurzen Aufsatz über die Perspeetive und Bau- 
kunst ausgearbeitet; diesen legte er in der Schule vor. Er 
erklärte das Verhältnis der Knochen und Muskeln, und be- 
zeichnete sie mit ihren Namen, wobei ihm der Zergliederer 
L anz oni zur Hand ging, der auch heimlich Leiehname zu 
etwanigen Zerlegungen lieferte. Bald brachte er Geschichten, 
bald Fabeln auf die Bahn, erklärte sie, und liess Zeichnungen 
davon machen, die an gewissen Tagen dem Urtheile Verstän- 
diger unterworfen wurden, welche über ihren grössern oder ge- 
ringem Werth entschieden, wie aus einem Zettel an Cesi 
erhellt, der einer der Richter war. Den Gekrönten gniigte 
des Ruhmes Lohn; die Dichter vereinigten sich sie zu preisen; 
Agostino mischte sich mit der Cither unter sie und sang 
beifällig die Fortschritte seiner Zöglinge. Auch die Jünglinge 
wurden zu wahrhafter Beurtheilung angeleitet; man betrachtete 
fremde Arbeiten und bemerkte daran das Löbliche, oder Tadelns- 
Vielmehr 
der 
Oheim 
und 
Brüder. 
die zwei
        

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