Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296713
Die Caracci, ihre Zögl. uJ Nachf. bis auf Cignani. 
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häufige Murren einer Menge, welche so lebhaft spricht, wie 
man anderwärts auf der Rednerbühue wol eifert, traf auch der 
Caracci Ohren, bestürzte und verschüchterte sie 7). Man sagt, 
Lodovico und Agostino wären schon im Begriff gewesen, 
mit dem Strome zu schwimmen und zum alten Style zurückzukeh- 
ren, Annibale hätte es aber ihnen misrathen und sie ange- 
regt, dem Gerede Werke, ja den kraftlosexi, unwahren Werken 
der alten 8) kräftige und wahre entgegenzustellen. Dieser 
Bath wurde befolgt und führte zu der beabsichtigten Umwäl- 
zung des Styls; um sie aber zu erleichtern und zu beschleuni- 
gen, mussten die der Malerei Beflissenen gewonnen werden, auf 
welchen die Iloffnungeix eines neuen und bessern Jahrhunderts 
beruhten. Dies bewirkten die Caracci durch eine in ihrem 
Hause eröffnete Malcrakzulemie, Welche sie die Wegfertigen 
(Iucczmminati) nannten, mit Gypsabgiissen, Zeichnungen und 
Kupferstichen so gut, als ihre Nebenbuhler, versehen, im 
Nacktzeiehxien, Perspcctive, Anatomie und was sonst die Kunst 
federt, unterrichten liessen, und mit einer Klugheit und Liebe 
leiteten, welche ihnen in kurzem viel Zuspruch verschaffte, 
Durch Dionisio Calvarfs Heftigkeit, der um leichte Ver- 
sehen die Schüler schlug, füllte sich nun vollends ihre Schule; 
denn auch Guido, Albano, Domcnichino gingen aus 
diesem Grunde zu den Caracci über. Auch aus Fontanafq 
i-iii 
7) Nachdem dies bereits geschrieben war, erfuhr ich vom Ritter 
N i u colb Fava, dass L o do vico F s und seiner Vettern Geschick 
bei ziemlich ähnlichem Anlass und nicht gar lange darauf eine Wen, 
ilung nahm, wie man aus einer Ueberliefcrung weiss, die -er noch 
hat. Die Vettern hallen den Fries des Saales gemacht, gegen wel- 
chen sich Cesi erhob und die Scenen aus Aeneas" liehen darauf 
malte, wovon oben die Rede war. Die Arbeit war nach altem Style 
gelungen; Lodovico aber malte im neuen in einem andern Zimmer 
andere Scenen aus Aeneus" Leben, zwölf Stück, wovon im llVegwei. 
scr durch Bulogvza S. 14. die Rede ist, die denen im Hanse Ivlegnani 
nichts nachgeben. Hiemil. begann das Glück der Caracci und der 
lFei-fall der alten Meister," wo denn endlich Bologna dem göttlichen 
Kiillätler Gerechtigkeit widerfahren liess und hinsichtlich Ce sl' s jene 
WVurie des H e s iu d u S bewahrheiiete:  
Sinnlos, wer sich vermisst, der Gewalt zu begegnen mit Ölm- 
nzaclit! 
Sieg erlmeget er-nie , und trägt zum Sciiinzpfe (1211 Kummer. 
S) Llnier den Alten sind die alten Leute zu verstehen, welche zu den 
Zeilen der Caracci lebten, und ilie Anhänger der liianieristen, die 
kurz vor den Carucci ihr Unwesen trieben; Q.
        

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