Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296643
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
Orettischen Sammlung, welchen wir bei Benedetto M arini 
anführen, ist ein neu hinzugekommener; und doch wird er für 
einen guten Zögling der römischen Schule gehalten, und Manche 
schreiben ihm das schöne Gemälde des heil. lliartino in der 
Hauptkirche zu Faenza zu, welches man für einen Luea, 
L-onghsi hielt. Seine unbestreitbaren Arbeiten erkennt man 
an den Anfangsbuchstaben N. 1- P.  
iNaeh Jaeopone's Zeit, der nie recht in Aufnahme kam, 
zeichnete sich Marco Marehetti sehr aus, wie Baglione 
ihn nennt, oder Marco von Faenza, wie er bei Vasari 
heisst. Dieser sagt, er sei „in Wandmalerei überaus geschickt, 
ldreist, furchtbar, besonders in gewandter Behandlung von Grot- 
tesken, worin ihm dermalen keiner gleiehkonnne." Vielleicht 
hat auch nach ihm keiner gelebt, der Grottesken mit so kleinen, 
höchst lebhaften und zierlichen Geschichten und nackten Figu- 
renzu verbinden verstanden hätte, welche eine wahre Schule 
für Zeichnung sind. So der bethlehemitisehe Kindermord im 
Vatiean. Er war SabbatinPs Nachfolger in den Arbeiten 
für Gregor XllL, und diente Cosimo I. bei denen im alten 
Palast zu Florenz. Daheim arbeitete er wenig; doch zeigt man 
einige Oelbilder von ihm vor, und auf einer Strasse ein Gewölb 
mit Blumenstüeken, Ungeheuern und Launen, welche Arbeiten 
eines Alten zu seyn scheinen. Alles darin beweiset mytholo- 
gische und gelehrte Bildung, wogegen man in spätem Zeiten 
sich in dieser Gattung von Malerei alles erlaubte. In der Ge- 
meinsammlung ist vielleicht seine beste Arbeit Christi Gastmahl 
beim Pharisäer. Er starb 1588. Gleichzeitig lebte Gio. Bat. 
Arm enini, auch ein Faentiner, geschickter Maler und Verf. 
der Veri [Jrecetti clella pittura, die 1587 zu Ravenna heraus- 
kamen und im folgenden Jahrhundert in Venedig wieder auf- 
gelegt wurden. Im Grunde war Armenini ein besserer Theo- 
retiker, als ausübender Künstler; auch ist in Faenza nichts 
weiter von ihm, als eine Himmelfahrt Mariens, ein grosscs Bild, 
wobei steht: Juh. Bapt. Arnzenini primiliae, womit er sagen 
wollte, dies sei eins der, ersten, vielleicht das erste seiner 
Altarbilder. Perotti, Verfasser einiger Farrugini, welche in 
der Bücherei des faentiner Seminariilnxs aufbewahrt werden, sagt 
darin, Armenini sei Schüler des Perin del Vaga gewesen. 
Zwischen ihm und Cristoforo lianconello, einem faen-
        

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