Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296629
60 
Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
erhaltenes und stanncnswürdiges Bild in RaffaeVs Styl und 
mit tizianischem Colorit. Rechts steht: F. J. Bapt. Para 
Brasius hoc opus o6 devotionezn ßeri _jussit anno Domini 1565, 
welches wol die sicherste Angabe seiner Lebenszeit ist; und links: 
Et semper Jacaäus Bertutius F. (d. i. Favenlinus) invicto tandem 
Momo fuciebat. Wer dieser Momus gewesen, gegen dessen 
Willen  denn invitu ist doch wol die wahre Lesart  das 
Bild vollendet worden, ob ein Maler, oder ein Münch, dem 
Jacoponfs Langsamkeit misfiel und der einen andern blalcr 
für ihn annehmen wollte, was ihm aber nicht gelang, weiss 
ich nicht. 
In Faenza selbst iindet sich Mehrere von ihm; an der 
Decke von S. Giovaxini zeigte man mir als seine Arbeiten 
mancherlei Gegenstände ans dem A. und N. Testamente. Dort 
schreibt man auch einige schwächere Geschichtbihler einem 
seiner Söhne, ebenfalls Bertncci genannt, zu, einem unter- 
geordneten Künstler, dcr in den Köpfen einen und denselben 
Gedanken bis zum Ekel wiederholt. Indess ist sein YVertb 
nicht nach diesen, sondern eher einigen andern Bildern zu be- 
urtheilen, welche Crespi in den Lettere pittcr. T.Vll. p. 6G. 
anfiihrt- Eins ist eine Elltililllplillllg Johannis, von schöner 
Farbe, Zeichnung und Charakter, in der ercolanischen Samm- 
lung zu Bologna, mit der Beischrift: Bertucius Pinxit. 1580. 
Das andere ist bei den Cölcstixicrn in Faenza, nach Crespi 
ein sonderliches Werk, aus welchem er, wie es scheint, den 
andern Giambatista Bertucci keimen gelernt hat. Bai- 
dinucci handelt von Jacupunc im Anfange, des fünften 
Bandes, und zählt seine damals in Facnza vorhandenen Arbeiten 
nach Graf LaderchPs Bericht auf. Von seinem Zunamen 
sagt er nichts; nichts von dem Bilde der Geburt, nichts von 
S. Vitale, nichts von dem Sohne, noch von dem andern kurz 
zuvor genannten Faentiner. Er setzt hinzu, man kenne Arbeiten 
von Jacoponc bis 1570; diese letztem mögen aber wol von 
seinem Sohne seyn; denn, als Vasari schrieb, scheint der 
Vater schon todt gewesen zu seyn. Andre Bilder von ihm von 
lieblicher Farbe werden angeführt, namentlich eine Taufe Christi 
in der Gemeinsammlnng, schützbar wegen der Zeit 1610, wel- 
ches wol in seine letzten Jahre fällt. 
Von Tonduzzi zeigt man in Ravenna eine Steinigung
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.