Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296618
llm Zeitr. Versch. Manieren v. {Prancia an bis auf d. Caracci. 
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Gehülfen Raffaelßs und den Meistern des Taddeo Zuccaro 
sprachen. Vasari spricht wenig und mit Wßrlig Achtung von 
ihm, und erwähnt kein anderes seiner Gemälde, als die Por- 
kirche des S.Vitale in Ravenna, die jetzt nicht mehr vorhanden 
ist. In der Kuppel der Kirche, welche nachher von einer 
andern Hand wieder aufgemalt werden ist, sah man zu Zeiten 
Fabrüs, des Vfs. der Ravenna ricercata, einige reichgeklei- 
dete Heilige mit der Umschrift: Opus Jacoöi Berlueci et Julii 
Tomlutii, Favent-inorum. Pari vom f. 1513 9). Ich vermuthete 
"ehemals, dass in diesem Jacopo der Name des Jacopene 
von Faenza versteckt liege, wiewol dies bei Orlandi zwei 
Maler sind, und Baldinneei, Blottari und andere Geschicht- 
sehreiber der Malerei nie daran gedacht haben, Einen daraus zu 
machen. Auf diese Vermuthung aber führte mich ursprünglich 
ein Irrthum über ein Bild bei den Dominieanerinnen in_Faenza, 
die Geburt .U. L. F., welches von 1532, aber nicht von Jacopo 
Bertueci.ist, wie ich aus der Ferne fälschlich las, sondern 
von Gian Batista, seinem Nelfen und Schüler, der in seinem 
Style, aber mit kräftigem tizianisehen Tinten malte," worauf 
er in seinen männlichen Jahren viel hielt. Dies Bild hat aus- 
serdem auch etwas Raffaelisches, wiewol es ihm an Abdäm- 
pfung und Vertreibung der Farbe fehlt.  Die um das Regt der 
heil. Anne beschäftigten Frauen sind schöne, anmuthige, lebhafte 
Figuren; auch sind einige Thiere, namentlich ein Huhn (larauf, 
deren sich ein Bassan o nicht schämen dürfte. Dieser lrrthum 
indess ist mir nachgewiesen, zugleich aber auch bemerkt worden, 
dass man andere noch vorhandene Malereien von Japopone 
anführen könne, die freilich von der Zeit, oder auch durch 
Aufmalen gelitten haben; dass aber-allen ein Bild, ehemals bei 
den Cölestinern, jetzt in der Gemeinsammlung, vorgezogen zu 
werden verdiene. Es stellt den heil. Johannes dar, welcher dem 
Geistlichen, der dies Bild malen liess, U. L. F. gekrönt zwischen 
dem heil. Cölestin und Benedict zeigt; es ist ein sehr gut" 
9) Zannoni, Bibliothekar, und Gius. Znuli, Prof. der Zeicyb- 
nenkunst in Faezxza, welche einige Bemerkungen über diese Schule 
milgetheilt haben, hallen diese Angabe Ifabrißs für irrig, indem 
J acopone 1513 noch nicht malen konnte, noch weniger aber Ton- 
d nzzi, Schüler des Giulio Romano Verlnuthlichv in Mantua. Ich 
vermuthe also, es muss stalt 13 heissßzx 31. L.
        

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