Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296562
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
Fialetti, der, wie bemerkt, in Venedig blühte. Sein Ge- 
führte war Bartolommeo Ramenghi, sein Vetter, mit 
welchem auch Scipionc Ramenghi, sein eigener Sohn 
lebte; beide damals beliebte Verzierungsmaler. 
CremoninPs Nebenbuhler war ein Cesare Baglione, 
ein schneller und fertiger Maler indemselben Bereiche der 
Kunst, nur noch ein bessererLandschafter, der wol gar alle 
Aeltcre im Baumschlag übertraf. Auch seltsamer, eigener und 
mannichfaltiger war er in seinen ernsten, wie scherzhaften Er- 
lindungen, als Crcmonini. Dadurch gefiel er sehr in Par- 
ma, wo er im herzoglichen Palaste seine besten Arbeiten hin- 
terliess, die alle Bezug auf die Orte hatten, welche er malte; 
in dem Speisegeivölhe z. B. allerlei Essbares und Menschen, die 
es zubereiten; am Backofen Biickergerüth und Abenteuer; an 
Waschhüusern Wäscherinncn in ihren mancherlei Verrichtungen, 
durch seltsame, verschiedene Vorfälle gestört; Arbeiten voll 
Wahrheit und Leben, die etwas Grosses in dieser Art verspra. 
eben, hätte er nur nicht zu viel auf Handfertigkeit gegeben, 
Aber dasselbe kann man nicht von seinem Geschmack im Ver- 
zieren sagen, worin er den Caracei zum Spott diente, welche 
über seine phantastischen Einfassungen, die, wie sie es nannten, 
fassrlaubenähnlichen Arabesken und die Füllung mit unnützen 
Zieraten, ohne Ueberlegung, wie sie nachher seine Schüler, 
Spada und Dentone, einführten, sich lustig machten. Er 
erzog noch viele Andere zur Kunst, wie Storali und Pisa. 
nelli, und etliche minder bekannte, die in Ansichtmalerei 
ziemlich glücklich waren  ohne jedoch nach dem Ruhme von 
Figurenmulern zu trachten. Dies war kürzlich der Zustand 
der Malerei in Bologna von Bagnacavallo an bis auf die 
Caracei, welche um 1585 sich berühmt zu machen anlingen, 
theils von den älteren Künstlern abstechend, theils sie durch ihr 
Beispiel und ihren Wetteifer verbessernd; wovon im folgenden 
Zeitraum die Rede seyn wird. Unterdess wollen wir sehen, 
wie es in der Zwischenzeit in Romagna zuging. 
Ravenna rühmt sich Jacopnncis, eines Schülers von 
Raffacl, der durch seine Bilder in S. Vitale dieser Stadt 
die Grundlage des neuen Styls gab. Von ihm werden wir bald, 
und zwar nicht ohne manches Neue, zlrberichten haben. Ein 
anderer Schüler Raf f aePs, wennl das Gerücht wahr ist,
        

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