Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Malerei in Italien vom Wiederaufleben der Kunst bis Ende des achtzehnten Jahrhunderts
Person:
Lanzi, Ludwig Wagner, Adolph Quandt, Johann Gottlob
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1295582
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1296543
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Oberitalien. 
Drittes Buch. 
Die bologner Schule. 
beit, und ist allerdings in sehr tüchtigem Stylc; Averoldi 
aber sagt, dies Bild sei zum Theil von Bagnatore, zum 
Theil von andern, oder auch einem andern Maler, nämlich 
Aretusi. Dessungcachtet war Cesare in Bildnismalerei brav 
und fremder Hülfc unbediirftig, worin er denn auch viele Für-- 
sten bediente, und besser als einer seiner Zeit copirte er 
Meisterbilder. Er konnte sich in jeden Maler umwandeln und 
seine Abbilder den Urbildern täuschend ähnlich machen. Höchst 
glücklich nhmte er Coreggio nach, von dessen Nachthei 
ihm für S. Gio. in Parma eine Copie bestellt ward, wo sie 
noch vorhanden ist. Mengs sah sie und versicherte, wenn 
das dresdncr Urbild verloren gehen sollte, so würde es durch 
dies Abbild sehr gut: ersetzt werden. Diese Arbeit erwarb dem 
Aretusi das Zutrauen , dass er das Bild aufmalcn sollte, wel- 
ches Allegri auf dem Chor dieser Kirche gemalt hatte; wie 
ich chon bei der parmacr Schule erwähnte, wohin ich den 
Leser verweise. Hier füge ich nur hinzu, dass dies Bild so 
gelungen ist, dass, „wer diesen Umstand nicht weiss, nach der 
genauen Nachahmung theils des Geschmacks, theils der Idee, 
wie des Einklangs aller 'l'heile es für ein Urbild hält." So 
sagt Ruta im Wegweiser. 
Auf niedere Malerei scheint man in diesem Zeitraume sich 
nicht sonderlich gelegt zu haben, Bildnisse ausgenommen, worin 
wir jedoch die bessern Künstler hier nicht nochmals aufführen 
wollen, da wir sie bereits ihres Orts gelobt haben. Auch 
fehlte es damals wol nicht an Oelmalcrn, welche abgesondert 
Landschaften, Thiere von einer übercremoninischen und 
iiberbaglionisehen Anmuth malten, wovon bald unter den 
verzicrenden Wandmalcrn die Rede seyn wird; keiner aber hat, 
meines Wissens, Berühmtheit darin erlangt. Sehr gepriesen 
linde ich nur einen Miniaturmaler, den ich von Zeit zu Zeit 
anführen werde, Gio. Neri genannt, oder auch Gio. dcgli 
Uccelli, weil er Vögel höchst natürlich malte. Dergleichen, 
so wie Fische von mchrcrn Arten, Vierfüsslcr und andre Thiere 
hat er an sieben Bände gemalt, die Masini im Ulisse AI. 
dovrandi anführt. 
"Treiilichefiiernierer und Ansichtenmaler finden sieh bei 
Malvasia in diesem ganzen Zeitraum nicht, einen oder den 
andern Figurenmaler ausgenommen, der sich um Verzierung
        

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